Onlinekauf: Betrug bei Motorradkauf auf Internetplattform

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Im Internet kann man alles kaufen – von klein bis groß. Sogar Autos und Motorräder werden heutzutage auf Internetplattformen verkauft. Dass das Internet aber auch für Betrüger interessant ist, musste ein gutgläubiger Motorradkäufer schmerzlich erfahren, wie dieser Fall zeigt.

Motorrad auf Internetplattform gesucht

Ein Mann war auf der Suche nach einem bestimmten Motorradmodell der Marke BMW. Zu diesem Zweck richtete er auf einer Internetplattform einen Suchauftrag ein und bekam schon bald eine E-Mail dieser Plattform mit einem Link zu einer passenden Verkaufsanzeige. In der Anzeige wurde das Motorrad konkret beschrieben, die Vorbesitzer und der Grund des Verkaufs genannt sowie Fotos hochgeladen und auf kleine Mängel hingewiesen.

E-Mail erhalten und Geld überwiesen

Der spätere Kläger antwortete über die Plattform-Maske und bekundete sein Kaufinteresse an der Maschine. Eine Antwort des Verkäufers erhielt er dann direkt per E-Mail von einer E-Mail-Adresse außerhalb des Verkaufsportals. Er erhielt dabei ein Angebot, das Motorrad von einer Spedition überführen zu lassen. Den Kaufpreis i. H. v. 4000 Euro sollte er vorher auf ein „Käuferschutzkonto“ der Spedition überweisen – was der Käufer auch tat. Ab diesem Moment brach der Kontakt zum angeblichen Verkäufer ab und ein Motorrad bekam der Betrogene natürlich auch nicht geliefert.

Klage gegen Betreiber der Internetplattform

Der gutgläubige Käufer wollte natürlich sein Geld zurückerhalten. Aus diesem Grund klagte er beim Amtsgericht (AG) München gegen den Betreiber der Internetplattform auf Erstattung des Kaufpreises – allerdings ohne Erfolg.

Die Richter prüften, ob dem Plattformbetreiber vorgeworfen werden kann, seine Kunden schuldhaft nicht in ausreichendem Maß über Betrugsmöglichkeiten aufgeklärt zu haben.

Betrügerische E-Mail-Adresse nicht hinterlegt

Das betreffende Inserat hatte der angebliche Verkäufer mit einer unauffälligen E-Mail-Adresse aufgegeben. Erst als er direkt mit dem Käufer in Kontakt trat, benutzte er eine andere E-Mail-Adresse, die dem Plattformbetreiber bereits durch verdächtige Aktivitäten bekannt war. Dieses Vorgehen des Betrügers kann dem Plattformbetreiber aber nicht zugerechnet werden, da die verwendete E-Mail-Adresse unverdächtig war und es zudem keine Anhaltspunkte für die vorsorgliche Sperre des Inserats gab.

Information der Nutzer ausreichend

Weiterhin sind die Richter der Meinung, dass der Plattformbetreiber seine Nutzer ausreichend über mögliche betrügerische Aktivitäten informiert hat.
Im Ratgeber zur sicheren Vertragsabwicklung und mit Hinweisen auf die „Initiative Sicherer Autokauf im Internet“ hat er in ausreichendem Maß und auf der Homepage leicht auffindbar auf bestehende Betrugsrisiken und Möglichkeiten ihrer Vermeidung aufmerksam gemacht. So wurde beispielsweise darauf hingewiesen, dass der Kaufgegenstand zwingend persönlich in Augenschein genommen werden, die Bezahlung ausschließlich mit Bargeld erfolgen und die Überführung keiner Spedition überlassen werden soll.


Im vorliegenden Fall zeigt sich, dass der Käufer keinen Schaden erlitten hätte, wenn er sich an die Hinweise des Plattformbetreibers gehalten hätte.

Kein Anspruch auf Schadensersatz

Aus den genannten Gründen ist der Plattformbetreiber nicht für den entstandenen Schaden verantwortlich und der Kläger hat gegen ihn keinen Anspruch auf Ersatz der 4000 Euro.

(AG München, Endurteil v. 15.09.2017, Az.: 132 C 5588/17)

Lesen Sie weitere Rechtstipps zu diesem Thema auf www.anwalt.de:

Betrug durch Onlineshop – was tun?

Bekämpfung von Fake-Shops im Internet

Kaufrecht – Umtauschen, Widerruf, Verbraucherschutz – Welche Rechte habe ich?

Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Verbraucherschlichtung: Keine Hinweispflicht bei freiwilliger Teilnahme Wer sich als Webseitenbetreiber oder als Betreiber eines Online-Shops freiwillig zur Teilnahme am Schlichtungsverfahren bereit erklärt, den trifft keine Hinweis...
Weiterlesen...
Impressum nach 2 Klicks ausreichend Das OLG München (Az.: 29 U 2681/03) hat sich in einem Urteil mit der immer noch umstrittenen Frage auseinander gesetzt, wie ein Impressum auf einer Website...
Weiterlesen...
Vorsicht Shopbetreiber: Abmahnungen wegen Werbung mit "TÜV-geprüft", "GS-geprüft" und "CE-geprüft" Ein Urteil des LG Dresden sorgt aktuell für Abmahnungen von Händlern und Shopbetreibern. Es geht um Werbung mit Testergebnissen einer TÜV-Prüfung. Auch Werbun...
Weiterlesen...
E-Commerce: Wer zahlt Versandkosten bei Widerruf? Wenn ein Kunden widerruft und die Ware zurücksendet, muss der Online-Händler meist die Rücksendekosten tragen. Was mit den Kosten der Hinsendung geschieht, war ...
Weiterlesen...
Achtung Händler: Wann sind Sternchenhinweise in Online Shops notwendig? Achtung Abmahnung: Müssen Händler die Kunden in Anzeigen zwingend mit Sternchenhinweisen aufklären? Immer wieder müssen sich Händler vorwerfen lassen, sie wü...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details