Werbung mit Testergebnissen: Fundstelle muss lesbar sein

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Verwenden Unternehmen Testergebnisse, um ihre Produkte zu bewerben, müssen sie zahlreiche rechtliche Anforderungen erfüllen. Dass dabei auch die Lesbarkeit der Fundquelle eine Rolle spielt, hat das Landgericht (LG) Coburg bestätigt. Worauf sollten Händler achten, wenn sie auf die Quelle von Testergebnissen hinweisen?

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Fundstelle in zu kleiner Schriftgröße

Ein Händler hatte in der Zeitschrift „Video“ einen Bluetooth-Lautsprecher beworben. Dabei erwähnte er verschiedene Testberichte, die den Lautsprecher unter anderem als „überragend“ bewertet hatten. Der Händler hatte auch die Fundstelle der Tests angegeben. Ein Verein fand jedoch, dass diese nicht lesbar seien und das Unternehmen daher wettbewerbswidrig handele. Die Folge: Der Verein mahnte den Händler ab.

Dieser fand jedoch, dass Leser der angesprochenen Verkehrskreise die Fundstelle wahrnehmen und eindeutig entziffern könnten. Und: Er gehe davon aus, dass sich interessierte Verbraucher nicht von dem Testurteil, sondern von dem Preis-Leistungs-Verhältnis des Produkts leiten lassen würden. Er gab daher keine Unterlassungserklärung ab. Damit landete der Fall vor dem LG Coburg.

Rechtsprechung zur Fundstelle von Testergebnissen

Die bisherige Rechtsprechung sagt: Ein normalsichtiger Betrachter muss die Fundstelle ohne besondere Konzentration und Anstrengung lesen können. Dabei darf die Schriftart die Größe von 6 Didot-Punkten nicht unterschreiten. Das heißt: Die Schrifthöhe darf nicht kleiner als 2,26 mm sein.

Landgericht Coburg zur Lesbarkeit von Fundstellen

Diese Schriftgröße erreichte die Angabe der Fundstelle des Händlers jedoch nicht. Daher stufte das LG Coburg die Werbung als wettbewerbswidrig ein (Az. 1 HK O 6/18). Denn: Verbraucher hatten so nicht die Möglichkeit, die Quelle der Testergebnisse ohne Probleme lesen und so weitere Infos zum Test einholen zu können.

Der Händler gab vor Gericht zwar an, dass die Schrift auf dem Korrekturabzug – also vor Schaltung der Anzeige – besser lesbar gewesen sein soll. Und: Er habe keine Möglichkeit mehr gehabt, die Werbung noch zu ändern. Das überzeugte das Gericht jedoch nicht. In so einem Fall hätte er die Werbung nicht schalten dürfen.

Fazit

Die Werbung mit Testergebnissen wird immer wieder zur rechtlichen Stolperfalle für Händler. Erst kürzlich hatte das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden, dass Verkäufer nicht mit Teilergebnissen von Testberichten werben dürfen, wenn diese erheblich von der Gesamtnote abweichen – und so einen falschen Eindruck beim Verbraucher hinterlassen.

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