Zwei-Faktor-Authentifizierung für PSD2: Das müssen Unternehmen wissen

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Im Herbst treten im Rahmen der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 höhere Anforderungen an eine Kundenauthentifizierung in Kraft. Das heißt für Unternehmen: Sie müssen Kundenzahlungen über eine „Strong Customer Authentication“ (SCA) abwickeln. Wie kann diese aussehen? Und bis wann müssen Unternehmen und Händler ihre Webseiten und Shops anpassen?

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Was ist die Strong Customer Authentication?

Die Strong Customer Authentication soll Online-Zahlungen sicherer machen. Auf diese Weise sollen Banken, Online-Händler und Unternehmen Nutzer eindeutig identifizieren und so das Betrugsrisiko reduzieren können.

Welche Identifizierung kommt aktuell zum Einsatz?

Um eine Kartenzahlung zu verifizieren, nutzen Banken und Unternehmen derzeit in der Regel eine Identifizierung über 3D Secure 1. Verbraucher müssen dabei neben ihren Zahlungsdaten oftmals einen Code eingeben, um eine Transaktion zu veranlassen.

Welche Anforderungen stellt die SCA?

Die SCA verlangt, dass Verbraucher für eine Transaktion ihre Identität über mindestens zwei Faktoren nachweisen. Zur Auswahl steht ihnen dazu

  • Etwas, das sie wissen (wie z. B. Passwort, PIN oder Geheimfrage),
  • Etwas, das sie besitzen (wie z.B. Smartphone, Wearable, Token oder Badge) und
  • Etwas, das sie sind (wie z.B. Fingerabdruck, Irisscan oder Gesichtserkennung).

In der Praxis kann das ein Einmalpasswort sein, das Kunden per SMS auf ihrem Smartphone erhalten. Möglich ist aber auch, dass Verbraucher eine Zahlung per Fingerabdruck an ihrem Smartphone verifizieren.

Wann brauchen Unternehmen kein SCA?

In Ausnahmefällen kann es nicht notwendig sein, eine Transaktion über SCA abzusichern. Nehmen Kunden zum Beispiel eine Transaktion unter 30 Euro vor, müssen Banken bzw. Unternehmen für keine SCA sorgen. Überschreiten mehrere Transaktionen unter 30 Euro innerhalb von 24 Stunden jedoch 100 Euro, ist eine SCA wiederum notwendig.

Wiederkehrende Transaktionen und Abonnements mit einem festen Betrag sind ab der zweiten Transaktion ebenfalls ausgenommen. Ändert sich der Betrag, ist wieder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung notwendig. Darüber ist eine SCA nicht notwendig bei

  • Empfängern, die Kunde und Bank als vertrauenswürdig eingestuft haben („Whitelist-Händler“),
  • Zahlungen von außereuropäischen Käufern und
  • B2B-Transaktionen, wenn die Zahlungsmethode für B2B-Zahlungen bestimmt ist.

Fazit

Die Anforderungen der SCA gelten in Europa ab dem 14. September 2019. 2020 startet die SCA dann weltweit. Die meisten Banken dürften bis Ende 2020 weltweit auf das neue Verfahren umgestellt haben.

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