Kaufabbruch: Dürfen Händler eine Erinnerungsmail an Kunden schicken?

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Welcher Shop-Betreiber kennt das nicht: Kunden legen mehrere Artikel im Warenkorb ab und verlassen dann den Shop – ohne Kaufabschluss. In so einem Fall kann eine Erinnerungsmail, die den Kunden zurück in den Shop holt, viel wert sein. Das Problem: Händler dürfen nur unter strengen Auflagen eine Erinnerungsmail an den Kunden schicken. Welche rechtlichen Voraussetzungen müssen sie dabei beachten?

Anzeige

Ist eine Erinnerungsmail Werbung?

Shop-Betreiber wissen: Eine ungefragt an Kunden verschickte Mail ist Werbung, die schnell richtig teuer werden kann. Denn: Erreichen sie damit die falschen Kunden, können sie sich eine Abmahnung einfangen. Eine Erinnerungsmail ist dabei Werbung wie jede andere Werbemail. Per Definition ist Werbung jedes Verhalten eines Unternehmens, das den Verkauf von Waren fördern soll. Genau das wollen Shop-Betreiber mit einer Erinnerungsmail bewirken.

Wann ist eine Erinnerungsmail erlaubt?

Das bedeutet für die Erinnerungsmail: Händler dürfen diese nur verschicken, wenn sie vorher eine ausdrückliche Zustimmung des Empfängers in das Verschicken von Werbemails eingeholt haben. In der Regel nehmen Shop-Betreiber das über Double Opt-In vor. Dies dient als Nachweis, sollte der Fall vor Gericht landen. Liegt die Einwilligung des Kunden vor, können Händler die Erinnerungsmail verschicken.

Ist eine Erinnerungsmail ohne gesonderte Einwilligung möglich?

Shop-Betreiber können eine Erinnerungsmail ohne gesonderte Einwilligung des Kunden verschicken, wenn dieser bereits ein Bestandskunde ist. Dafür muss er seine E-Mail-Adresse im Zusammenhang mit einem Kauf herausgegeben haben. Die Eröffnung eines Kundenkontos ohne Bestellung ist dafür nicht ausreichend. Darüber hinaus muss sich die Erinnerungsmail auf eine ähnliche Ware beziehen, wie der Kunden sie schon einmal gekauft hat. Und: Der Kunde hat der Verwendung seiner E-Mail noch nicht widersprochen. Zudem müssen Shop-Betreiber den Kunden mit jeder Mail darauf hinweisen, dass er dem Versand jederzeit widersprechen kann.

Fazit

Das Verschicken von Erinnerungsmails ist an enge rechtliche Voraussetzungen geknüpft. Händler, die diese rechtlichen Vorgaben ignorieren, riskieren eine Abmahnung und weitere rechtliche Konsequenzen.

Anzeige
Kommentare  
genervt
0 # genervt 13.05.2019, 12:51 Uhr
Nach über 20 Jahren Online-Handel denke ich langsam darüber nach, den Kram hinzuschmeißen.

Verbraucher dürfen alles, Händler nichts.

Es gab schon Kunden, die sich beschwerten, weil sie gar nicht merkten, dass sie den Bestellvorgang nicht komplett abgeschlossen hatten.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Online Shops: Ist die Bitte um Abgabe einer Bewertung Spam? In Deutschland müssen Versender von Werbe-E-Mails vor dem Versand die Zustimmung der Empfänger einholen. Ohne Zustimmung des Empfängers liegt eine wettbewerbswi...
Weiterlesen...
VeriSign: Neues Siegel für sichere Online-Shops In Zeiten, wo Phishing & Junk-Mails für Internetnutzer und Online-Shopper keine Fremdwörter mehr sind, ist für den Betreiber von Internet- und Shopseiten vo...
Weiterlesen...
Softwarehandbuch ist Vertragsbestandteil Das Oberlandesgericht Karlsruhe (Az.: 1 U 250/01) hat in einem Urteil entschieden, dass das Überlassen einer ausreichenden Dokumentation etwa in Form eines...
Weiterlesen...
BGH-Urteil: Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten ist strafbar Der Handel mit nikotinhaltigen Flüssigkeiten für E-Zigaretten, sogenannte Liquids, ist laut einer aktuellen Grundsatzentscheidung des BGH derzeit in Deutschland...
Weiterlesen...
Achtung Shopbetreiber: Wie muss der Bestellbutton beschriftet sein? Das Verbraucherrecht schützt den Kunden im Internet vor übereilten Entscheidungen. Daher schreibt das Gesetz seit 2012 Online-Händlern  vor, wie sie den ...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support