Konkurrenz aus dem Internet: Jetzt kommt die Apotheken-Reform

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Digitalisierung und E-Commerce sind längst keine Neuerungen mehr, die Verbraucher mit kritischem Blick beäugen – vielmehr hat sich gerade das Einkaufen im Internet als feste Routine im Alltag der User etabliert. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche und macht selbst vor Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln nicht halt. Eine Gesetzesneuerung soll Apotheken jetzt vor der Konkurrenz aus dem WWW schützen.

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Gesetzesreform will die deutschen Apotheken stärken

Patienten schätzen bei der Bestellung über ausländische Versandapotheken insbesondere die hohen Rabatte, die hier regelmäßig fällig werden und bei hohem Bestellvolumen eine große Ersparnis mit sich bringen. Zumindest bei verschreibungspflichtigen Medikamenten für gesetzlich Versicherte ist nach dem Inhalt der Gesetzesneuerung nun Schluss: Auch Online-Apotheken aus dem Ausland dürfen demnach in diesem Fall keine Rabatte mehr anbieten, sondern sind verpflichtet, sich an die festen Preise zu halten.

Experten sehen hier juristische Schwierigkeiten europarechtlicher Art: Bereits 2016 hatte sich der Europäische Gerichtshof in einem Urteil explizit gegen die deutsche Regelung der Preisbindung für Medikamente ausgesprochen. Die nun verabschiedete Gesetzesänderung und das darin enthaltene Rabatt-Verbot könnte europarechtlich daher für Klärungsbedarf sorgen – dies bleibt vorerst abzuwarten.

Mehr Einnahmen für die Nacht- und Notdienste

Nicht nur die Konkurrenz aus dem Ausland ist Gegenstand der Gesetzesreform. Auch die Einnahmen, die die deutschen Apotheken über Nacht- und Notdienste generieren, bedürfen nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn einer Neuregelung. Daher sieht das neue Gesetz vor, dass es für die Apotheken in Deutschland künftig mehr Geld für die Nacht- und Notdienste geben soll.

Gesetzesänderung soll zu einer Verbesserung für Patienten führen

Zwar zielen die Reformideen primär auf die rund 20.000 Apotheken im Bundesgebiet – Hintergedanke ist aber in jedem Fall, dass die Gesamtsituation für die Patienten besser und natürlich auch transparenter wird. Das Apothekengesetz sieht sich aber bereits jetzt schon der Kritik ausgesetzt. Dies ist zumindest im Hinblick auf den zwischen CDU und SPD geschlossenen Koalitionsvertrag nachvollziehbar, denn: Hier war explizit ausgeschlossen worden, dass verschreibungspflichtige Medikamente in Zukunft per Online-Handel vertrieben werden dürfen.

Fazit

Ein Verbot des Online-Handels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten würde zwar dem Wortlaut des Koalitionsvertrages entsprechen – wäre aber vernünftigerweise wenig sinnvoll. Auch der Apothekerverband hatte sich für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtiger Medizin ausgesprochen – hier zeigt man sich mittlerweile enttäuscht von dem neuen Apothekengesetz.

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