Retourenvernichtung: Was plant das Bundesumweltministerium?

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Der Online-Handel hat ein Problem: E-Commerce-Unternehmen vernichten zu viele Retouren. Um das zu ändern, legte das Bundesumweltministerium kürzlich einen Gesetzesentwurf vor. Wie will die Regierung dafür sorgen, dass Verkäufer weniger Ware in den Müll schmeißen? Und wie fallen die Reaktionen auf den Gesetzesentwurf aus?

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So viele Retouren vernichtet der Online-Handel

2018 vernichteten Händler in Deutschland knapp 4 Prozent ihrer Retouren. Das entspricht 19 Millionen Artikeln im Wert von 7 Milliarden Euro. Händler vernichteten dabei vor allem Artikel mit einem niedrigen Warenwert. Die höchsten Retourenquoten haben Unternehmen in der Textilbranche. So retournieren beispielsweise Kunden bei Zalando jeden zweiten Artikel.

Das will das Bundesumweltministerium ändern

Der erste Gesetzesentwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sieht vor: Unternehmen sollen Auflagen für die Vernichtung von Retouren erhalten. Sie sollen zum Beispiel keine Ware mehr vernichten dürfen, wenn sie diese stattdessen noch einmal verkaufen oder spenden können. Händler sollen zudem genau dokumentieren, wie sie mit Retouren umgehen.

Retourenprüfung als Herausforderung für Händler

Diese Vorgaben könnten insbesondere kleine und mittelständische Händler vor eine Herausforderung stellen. Denn: Sie schmeißen Produkte nicht aus Spaß in den Müll, sondern weil es sich wirtschaftlich nicht lohnt, diese noch einmal ins Regal zu stellen. Wirtschaftsvertreter fordern daher von der Regierung eine Erklärung, wie genau Händler Ware gebrauchstauglich halten sollen.

Das kritisiert der Händlerbund am Gesetzesentwurf

Der Branchenverband Händlerbund forderte das Umweltministerium auf, den Gesetzentwurf zu präzisieren. So sei die Vernichtung nicht nur ein Problem des Online-Handels, sondern auch von stationären Geschäften. Und: Das Gesetz müsse zwischen Retouren und Überhängen unterscheiden.

Daneben müsse das Umweltministerium mehr gegen die Entstehung von Retouren tun. Denn: Diese erhöhen den CO2-Ausstoß und produzieren Verpackungsmüll. Die Politik müsse daher anstreben, das Verhalten der Verbraucher zu ändern.

Fazit

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) sieht in dem Gesetzesentwurf „eine angemessene Diskussionsgrundlage“. Der E-Commerce könne als hochdigitalisierter Wirtschaftsbereich für mehr Nachhaltigkeit im Handel sorgen. Dafür müssten Händler zum Beispiel die Erlaubnis erhalten, Waren von Markenherstellern abzuverkaufen oder zu spenden.

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