Online-Bewertungen: LG München verbietet Handel mit gefälschten Rezensionen

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Das Reiseportal HolidayCheck hat sich vor Gericht gegen eine Vermittlungsagentur für Kundenbewertungen durchgesetzt. Marketing-Unternehmen Fivestar darf künftig keine Kritiken mehr von Personen verkaufen, wenn sie die beschriebene Unterkunft nie besucht haben. Außerdem muss der Anbieter dafür sorgen, dass bisher veröffentlichte Fake-Rezensionen gelöscht werden.

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Gekauftes Lob als Marketing-Instrument

23,- Euro verlangt Fivestar für eine Spitzenbewertung auf Amazon. Wer gleich einen Fünferpack bucht, spart pro Lobeshymne 80 Cent. Mit einem Stückpreis von jeweils etwa 10,- Euro fallen Top-Kritiken auf Facebook oder Google deutlich günstiger aus. Die Agentur mit offiziellem Firmensitz in Belize und einem Dienstleister in Gütersloh macht aus ihrem Geschäftsmodell kein Geheimnis. Auf ihrer Webseite hebt sie ihre Stärken hervor: Statt auf computergenerierte Texte setzt man auf individuell formulierte Bewertungen von geprüften Mitarbeitern. Trotzdem wurde man bei HolidayCheck misstrauisch, als ein Nutzer innerhalb kürzester Zeit 30 verschiedene Hotels beurteilte. Alle erhielten die Best-Bewertung von 6 Sonnen.

Auffälligkeiten bei bestimmten Hoteliers

Weitere Nachforschungen durch das Urlaubsportal lieferten schließlich Hinweise auf den Verkauf gefälschter Rezensionen durch Fivestar. Insbesondere hatte man rund 50 Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Verdacht, ihr Image auf diese Weise aufzubessern. Im Laufe des Prozesses vor dem Landgericht München (Az. 17 HK O 1734/19) lieferte Fivestar keinerlei Belege dafür, dass die verkauften Kritiken auf echten Hotelbesuchen basierten. HolidayCheck wiederum zeigte den Schaden für das eigene Unternehmen auf: Wenn die Besprechungen nicht mit den Tatsachen übereinstimmten, verliere die Webseite zunehmend an Glaubwürdigkeit.

Bewertung nur noch von echten Gästen

Nachdem Fivestar zum letzten Verhandlungstermin gar nicht mehr erschien, fällte das Landgericht München ein Versäumnisurteil. Die Marketing-Agentur darf nun keine Bewertungen mehr verkaufen, wenn die Autoren die betreffende Unterkunft nicht wirklich gesehen haben. Darüber hinaus hat das Unternehmen dafür zu sorgen, dass alle von ihm vermittelten Fake-Bewertungen gelöscht werden. Und schließlich muss man dem Kläger HolidayCheck darüber Auskunft geben, woher die beanstandeten Rezensionen stammen.

Fazit

Erst vor Kurzem hat die Beklagte ihren Firmennamen geändert: von Fivestar Marketing UG in Fivestar AG bR. Der bisherige Geschäftsführer ist seitdem nicht mehr im Handelsregister aufgeführt. Das Landgericht München wies aber ausdrücklich darauf hin, dass man die Ansprüche des Klägers trotzdem erfüllen müsse. 

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