Sicher Einkaufen im Netz: Stiftung Warentest prüft Gütesiegel für Online-Shops

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Verbrauchern sollen sie Schutz beim Internet-Einkauf bieten; Händler erhoffen sich von bekannten Prüfsiegeln mehr Umsatz. Tatsächlich allerdings haben die Gütezeichen oft nur wenig Aussagekraft. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einer Prüfung von vier verschiedenen Siegel-Anbietern. Ob sich die Zertifizierung für Händler überhaupt lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

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Welcher Anbieter findet alle Mängel?

Als Testobjekt wählten die Prüfer einen Webshop, der bereits seit Jahren im Netz aktiv ist. Allerdings nahmen sie einige Änderungen vor. So wurden fünf Sicherheitslücken in der Seite versteckt, unter anderem eine schwache Verschlüsselung bei der Datenübermittlung. In den Bestellvorgang bauten die IT-Experten verschiedene typische Mängel ein. Schließlich formulierten Juristen noch die AGB und die Datenschutzbestimmungen um, so dass der Shop nun beispielsweise jegliche Haftung ausschloss. Mit der so präparierten Webseite bat man dann sechs verschiedene Anbieter von Gütesiegeln um eine Zertifizierung.

Datenschutz und AGB durchgewunken

Zwei davon – der Händlerbund und das EHI Retail Institute – lehnten eine Prüfung ab. Bei beiden ist unter anderem eine Verbandsmitgliedschaft nötig, um überhaupt ein Siegel zu erhalten. Von den übrigen vier Anbietern führten nach Ansicht der Stiftung Warentest lediglich zwei eine umfassende Untersuchung durch: Trusted Shops und der TÜV Süd. Letzterer nahm sogar als einziger Siegelanbieter eine technische Prüfung der Webseite vor. Versagt haben alle Anbieter beim Lesen des Kleingedruckten: Die verbraucherunfreundlichen Klauseln in AGB und Datenschutzvereinbarung wurde kein einziges Mal kritisiert.

Mängel erkannt – Siegel trotzdem erteilt

In einem Fall kritisierten die Tester eine besonders leichtfertige Erteilung des Prüfzeichens. Der Anbieter beanstandete zwar mehrere Mängel, vergab aber dennoch das Siegel „Geprüfter Webshop“. Auf Nachfrage erfuhren die Shop-Besitzer, es liege in ihrer eigenen Verantwortung, die kritisierten Punkte zu beheben. Im Ergebnis rät die Stiftung Warentest Verbrauchern zum kritischen Umgang mit den Gütesiegeln. Denn die sind keine Auszeichnungen unabhängiger Institute. Jeder Shop zahlt für die Zertifizierung Geld – im Testfall waren es zwischen 200,- und 4000,- Euro pro Jahr. Ob sich diese Ausgaben überhaupt rechnen, hängt sowohl vom Anbieter als auch vom Umsatz des Online-Shops ab.

Fazit

Die Ergebnisse der Untersuchung dürften für beide Seiten interessant sein. Verbraucher zählen bei ihren Einkaufsentscheidungen gern auf die Bewertungen der Stiftung-Warentest-Experten. Aber auch Händler können dank des Rankings nun die Aussagekraft verschiedener Prüfsiegel besser einschätzen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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