Retouren-Rekord: Deutsche schickten 300 Millionen Pakete zurück

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Mit dem boomenden Online-Handel nimmt auch die Zahl der Rücksendungen kontinuierlich zu. Nach Ermittlungen der Universität Bamberg ist nun ein neuer Höchststand erreicht: Rund 500 Artikel haben sich deutsche Online-Shopper im Jahr 2019 zuerst ins Haus liefern lassen - und dann doch nicht behalten.

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4 Prozent der Rücksendungen vernichtet

Wenn die bestellte Ware nicht passt, nicht gefällt oder schlicht und ergreifend doch das Budget des Kunden überschreitet, ist das bei den meisten Online-Händlern kein Problem. Dank adressierter und vorfrankierter Rücksende-Etiketten landen 13 Prozent der Artikel wieder beim Versender. Das war bereits 2018 so. Seitdem allerdings ist die Zahl der Online-Bestellungen noch einmal deutlich gestiegen. In der Folge wurden auch mehr Einzelprodukte retourniert. Ganze 500 Millionen waren es 2019, verpackt in rund 300 Millionen Pakete. Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ schlagen Retouren-Forscher der Uni Bamberg jetzt Alarm.

Angst der Anbieter vor Kaufabbruch

Zwar unternehmen Shop-Betreiber zunehmend Anstrengungen, um Fehlbestellungen zu verhindern. Beispielsweise werden Kunden immer ausführlicher über Größe, Aussehen, Beschaffenheit oder Funktionsweise von Produkten informiert. Gleichzeitig ergaben die Studien der Forschungsgruppe Retourenmanagement aber auch: Händler fürchten einen Kaufabbruch mehr als eine mögliche Retoure. Gleichbleibende Bestellzahlen sind ihnen wichtiger als eine Verringerung der Rücksendungen.

Einheitliche Lösung gefragt

Dabei haben die Wissenschaftler bereits im vergangenen Jahr eine händler- und umweltfreundliche Strategie vorgeschlagen: eine Rücksendegebühr in Höhe von knapp 3,- Euro. Sie würde Kunden wohl zu einem besonneneren Umgang mit Retouren bewegen, ohne das Bestellaufkommen drastisch einzuschränken. Denn im Gegenzug für die Kostenbeteiligung der Verbraucher beim Rückversand könnten die Händler moderate Preissenkungen vornehmen. Funktionieren würde dieses System allerdings nur, wenn sich der gesamte Online-Handel daran beteiligen würde.

Fazit

Eine einheitliche Rücksendegebühr wird es in Deutschland nur geben, wenn sie gesetzlich verankert ist. Denn die Online-Riesen lehnen es nach wie vor ab, Kunden für Retouren bezahlen zu lassen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, verzichtet deshalb auch die Mehrheit der kleinen Anbieter auf derartige Gebühren.

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Kommentare  
Daniel
+2 # Daniel 29.01.2020, 09:27 Uhr
Kostenlose Retouren sollte es generell nur noch in Ausnahmefällen geben. z. B. wenn ein Artikel tatsächlich defekt ist. Somit können unnötige Bestellungen zur Ansicht vermieden werden. Das hätte auch eine Entlastung der Umwelt zur Folge, denn so müssten nicht nur unnötig Pakete zurück geschickt und transportiert werden, sondern auch die Zahl der Hinsendepakete würde sinken. Die Massen an Retouren derzeit ist nicht mehr normal.
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