Corona-Geschäft: eBay und Amazon gehen gegen Wucher-Angebote vor

(5 Bewertungen, 4.20 von 5)

Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken werden seit Ausbreitung der Corona-Epidemie vor allem im Internet zu horrenden Preisen angeboten. Auch finden sich Produkte, die angeblich vor dem Virus schützen sollen, aber aus Mediziner-Sicht völlig wirkungslos sind. Die beiden großen Marktplätze eBay und Amazon greifen mittlerweile strenger durch und haben Millionen derartiger Artikel entfernt.

Anzeige

 

Wundermittel und überteuerte Preise

Steigende Infektionszahlen einerseits, leere Regale in Apotheken und Drogerien andererseits. Wer sich vor dem näherkommenden Corona-Virus schützen will, kauft derzeit auch bei zweifelhaften Händlern und zu astronomischen Preisen. Dabei spielt keine Rolle, dass einfache Atemmasken aus Sicht der Ärzte keinerlei Nutzen bringen. Je knapper das Angebot, umso größer die Nachfrage, und umso höher der Gewinn für dubiose Anbieter. Genau dieses Geschäftsmodell allerdings verbietet Amazon in seiner Fair-Pricing-Policy: Irreführende Beschreibungen und stark überteuerte Preise angesichts von Notlagen verstoßen gegen die Marktplatz-Richtlinien. Nachdem entsprechende Warnungen gegenüber Händlern in den vergangenen Wochen verpufften, greift Amazon nun durch.

Amazon: Mehr als 1 Million Angebote entfernt

Welche Preisspanne für einzelne Artikel als angemessen gilt, lässt das Unternehmen offen. Man betont aber, dass seit dem Corona-Ausbruch Zehntausende Produkte wegen Wucherpreisen entfernt worden seien. Noch größer ist angeblich die Zahl von Artikeln, die zu Unrecht Schutz vor dem Virus versprechen: Rund eine Million dieser Angebote sei mittlerweile von der Plattform verbannt worden. Damit reagiert der Konzern auch auf verstärkte Kontrollen von Behörden. In der vergangenen Woche wurden in Italien bereits Büros von Amazon und eBay durchsucht und Computer sichergestellt. Grund für die Razzien: Auf beiden Plattformen seien Desinfektionsmittel und Atemmasken für das Hundertfache der üblichen Preise verkauft worden.

eBay: Missbrauch von Corona verboten

Auch die Auktions-Plattform eBay hat nun in ihrem Verkäufer-Blog betont, dass das Profitieren von Naturkatastrophen oder Epidemien gegen die Richtlinien verstoße. Besonders die Anbieter von Mundschutz und Desinfektionsprodukten werde man in den kommenden Tagen genauer kontrollieren. Wer beispielsweise missbräuchlich Begriffe wie „Corona“, „Covid-19“, „Virus“ oder „Epidemie“ verwende, müsse mit Konsequenzen rechnen. Sie reichten vom Schließen einzelner Angebote bis hin zum Sperren des eBay-Kontos.

Fazit

Dass Verbraucher sich von den hohen Preisen nicht abschrecken lassen, lässt sich bei eBay besonders gut an den Auktionen beobachten. Desinfektionsmittel oder Gesichtsmasken, die für ein realistisches Start-Gebot eingestellt werden, erzielen am Ende dennoch astronomische Preise – ganz ohne Zutun der Händler.

Anzeige
Kommentare  
Jens-Volker
0 # Jens-Volker 09.04.2020, 20:22 Uhr
Der Anbieter bei dem ich vor drei Tagen noch billige Einwegmasken für umgerechnet 1,20 € das Stück bestellt habe (auch schon teurer als normal) hat mittlerweile seine Preise auf 9,20 € pro Stück erhöht. Wenn das kein Wucher nach § 291 StGB ist, was dann?
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
heiko wrodin
+1 # heiko wrodin 02.04.2020, 12:21 Uhr
Man muss aber auch verstehen, dass viele Menschen froh sind, an begehrte Masken oder Desinfektionsmittel zu kommen.
Wenn die Angebote dann gelöscht werden, ist die Enttäuschung und der Frust über ebay groß.
Wenn die Preise bei einer Auktion von 1€ ins Unermessliche steigen, liegt es doch nicht am Anbieter, sondern an den Bietern.
Man sollte dem mündigen Bürger nicht vorschreiben, wieviel Geld er für etwas ausgeben möchte.
Bleibt gesund !
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Karsten Panzer
+1 # Karsten Panzer 03.04.2020, 15:19 Uhr
zitiere heiko wrodin:
Man muss aber auch verstehen, dass viele Menschen froh sind, an begehrte Masken oder Desinfektionsmittel zu kommen.
Wenn die Angebote dann gelöscht werden, ist die Enttäuschung und der Frust über ebay groß.
Wenn die Preise bei einer Auktion von 1€ ins Unermessliche steigen, liegt es doch nicht am Anbieter, sondern an den Bietern.
Man sollte dem mündigen Bürger nicht vorschreiben, wieviel Geld er für etwas ausgeben möchte.
Bleibt gesund !


Tut mir leid, aber für mich klingt das nach einer billigen Rechtfertigung von jemanden, der das genau so betreibt.
In aller Regel geht es ja kaum um die eBay-Biet-Auktionen - die natürlich genauso verwerflich sind - sondern vor allem um die aus dem Boden schießenden neuen Online-Shops, die - wie schon geschrieben - "5-€-Artikel" plötzlich für ein Zigfaches anbieten. Und das gehört entsprechend verfolgt.

"Wucher kann nicht nur sittenwidrig, sondern auch eine Straftat gemäß § 291 des Strafgesetzbuches (StGB) sein und wird dann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft."
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Walle
+1 # Walle 22.03.2020, 09:53 Uhr
Mag ja sein, dass die "Großen" dagegen vorgehen, aber wenn ich mir die angebotenen Artikel, die derzeit sehr gefragt sind, bei ebay anschaue, dann grenzen die Preise hierfür an Wucher. Also wird wohl eher nichts getan.

Wenn man einen solchen Artikel melden möchte, gibt es nicht einmal eine Vorauswahl passend zum Thema "Corona und überhöhte (Wucher)preise".

Da bietet z.B. aktuell der Händler "kummert-business-com" Isopropanol den Liter zu 34,90 EUR an. Üblich waren/sind 4,00 EUR - 5,00 EUR pro Liter.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Marc
+3 # Marc 18.03.2020, 23:30 Uhr
Man muss aber fairerweise noch erwähnen das Ebay und Amazon erst nah vielen Kunden Beschwerden reagiert haben.

Gruß eXer
schatzsucher.online
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Impressumspflicht: Was muss im Impressum einer Aktiengesellschaft (AG) stehen? Allgemeine Angaben Betreibt eine Aktiengesellschaft eine Website, müssen zunächst der Name des Unternehmens sowie der Rechtsformzusatz „AG“ oder „Aktiengesells...
Weiterlesen...
PSD2: Bafin gibt Ende der Übergangsfrist bekannt Eigentlich gilt bereits seit dem 14. September 2019 die zweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2). Schnell war jedoch klar: Der Handel benötigt mehr Zeit, um sein...
Weiterlesen...
eBay & Co.: Muss ein Verkäufer Schadensersatz zahlen, wenn er die Ware nicht liefern kann? Kauft ein Kunde über Plattformen wie eBay & Co. Ware, so will er diese auch grundsätzlich erhalten. Umso ärgerlicher für ihn, wenn der Verkäufer ihm nach de...
Weiterlesen...
Pressure Selling: Verbraucherzentrale fordert strengere Gesetze Pressure Selling beschreibt Methoden von Online-Shops, die User schnell zu einem Kauf bewegen sollen. 38 Prozent der Verbraucher fühlen sich davon jedoch unter ...
Weiterlesen...
PayPal: Käuferschutz wird auf 180 Tage verlängert, Händler haben das Nachsehen Im kommenden Jahr wird PayPal seinen Käuferschutz verstärken. Die Frist wird gravierend verlängert und Kunden wird der Zeitdruck bei Problemen mit der Lieferu...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support