Corona-Urteil: Amazon schließt vorübergehend alle Standorte in Frankreich

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Als Reaktion auf ein Urteil der französischen Justiz hat Amazon seine sechs Verteilungszentren im Land geschlossen. Fünf Tage lang sollen die Betriebsstätten gereinigt und auf Gesundheitsrisiken durch das Corona-Virus untersucht werden. Wegen unzureichender Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter hatte ein Gericht kurz zuvor angeordnet, den Versand auf dringend notwendige Waren zu beschränken.

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1 Million Strafe pro Tag angedroht

Löhne und Gehälter werden laut Amazon zu hundert Prozent weitergezahlt; das Personal allerdings soll erst einmal zu Hause bleiben. Zu hoch sei das Risiko eines Verstoßes gegen die Auflagen angesichts der angedrohten Strafe von einer Million Euro pro Tag. Amazon kommt damit den Forderungen von Gewerkschaften nach, die eine völlige Schließung der Betriebsstätten gefordert hatten. Das Unternehmen leiste in Corona-Zeiten zu wenig für den Schutz seiner Mitarbeiter, so die Vertreter der Confédération générale du travail CGT. Die Richter im Pariser Vorort Nanterre allerdings ließen die Zustellung von Lebensmitteln, Hygiene- und Medizinprodukte ausdrücklich auch weiterhin zu. Eine Möglichkeit, die der Versandriese offenbar nicht umsetzen kann oder will.

Schutzmasken und Desinfektionstücher

Generell zeigt sich Amazon in Frankreich überrascht über die Entscheidung des Gerichts. Die Sicherheit der rund 6500 Festangestellten und 3500 Leiharbeiter habe höchste Priorität. Schon in den vergangenen Wochen seien daher in Zusammenarbeit mit Gesundheitsexperten zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden. Dazu gehörten Kontrollen der Körpertemperatur und die Vergrößerung der Arbeitsabstände. Außerdem seien 1,5 Millionen Gesichtsmasken, 127.000 Desinfektionstücher und 27.000 Liter Desinfektionsgel an die sechs Standorte versandt worden. Das Unternehmen will jetzt, wie gefordert, eine Risikobewertung für die französischen Mitarbeiter durchführen. Gleichzeitig kündigte man an, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Fazit

Wie es nach der fünftägigen Pause bei Amazon.fr weitergehen soll, lässt der Konzern offen. Man betont jetzt erst einmal, dass die gerichtlich angeordneten Einschränkungen für Millionen von Menschen im ganzen Land negative Auswirkungen haben könnten. In den USA hat Amazon wegen der steigenden Nachfrage während der Corona-Krise bereits 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt und 75.000 weitere Stellen ausgeschrieben.

Kommentare  
Andreas Stackelberg
0 # Andreas Stackelberg 23.04.2020, 21:19 Uhr
Was mich am Artikel etwas wundert, ist die Tatsache, dass er in verwundertem Ton so tut, als sei das alles für amazon nicht nachvollziehbar. Dabei wurde der Konzern ja mehrfach vorgewarnt, die Forderung der Gewerkschaften beruhten ja auf den Berichten der Mitarbeiter, wie die angeblich getroffenen Schutzmaßnahmen in der Realität laufend umgangen werden - ja sogar unmöglich gemacht wurden. Mein Mitleid mit dem Konzern, der für die (in der Krise noch unmöglichere) Belastung seiner Mitarbeiter seit langer Zeit in der Kritik steht, hält sich in Grenzen,
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