Zalando: Interne Untersuchung nach Rassismus-Vorwürfen

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Der Instagram-Post eines Art Directors aus der Modebranche bringt Versandhändler Zalando in Erklärungsnot. Der ehemalige Angestellte berichtet darin von Diskriminierung bei der Model-Auswahl und rassistischem Verhalten von Führungspersonen. Seine Aussagen werden von mehreren Zalando-Mitarbeitern bestätigt. Inzwischen hat das Versandhaus eine interne Untersuchung angekündigt.

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Antwort auf politisches Statement

Während der US-Proteste nach dem Tod von George Flloyd nahmen viele Unternehmen in ihren Social-Media-Kanälen öffentlich Stellung gegen Rassismus. So auch der deutsche Online-Versender Zalando. Aus Sicht des ehemaligen Art Directors Fernando Torres eine reine Marketing-Maßnahme. In einem eigenen Beitrag auf Instagram schildert er seine Erfahrungen bei dem Mode-Riesen. Demnach duldet das Unternehmen rassistisches Verhalten seiner Mitarbeiter und reagiert auch nicht auf Beschwerden.

„Schon zu viele Schwarze“

Dem Magazin „Business Insider“ sagte Torres, er sei 2018 bei Mitbewerber Asos abgeworben worden, um der Zalando-Website zu mehr Internationalität und Diversität zu verhelfen. Wenn er jedoch ein Model of Colour buchen wollte, sei dieser Wunsch häufig abgelehnt worden. Mit eindeutig rassistischen Begründungen, für die Torres zahlreiche Beispiele nennt: Dass es bereits zu viele Schwarze auf der Webseite gebe. Dass ein Model mit Dreadlocks „nicht nach Zalando“ aussehe. Oder dass die schwarze Person wirke, „als würde sie Dich auf der Straße ausrauben“. Bei der Planung einer Tommy-Hilfiger-Kampagne habe die Studioführung die Buchung nicht-weißer Models sogar grundsätzlich abgelehnt. Um die Verantwortlichen umzustimmen habe Torres schließlich Aufnahmen einer Modenschau von Hilfiger selbst herausgesucht, der damals auch schwarze Models engagiert hatte.

Hautfarbe von Models retuschiert

Mehrere teils ehemalige Angestellte von Zalando bestätigen die Schilderungen. Auch sie berichten von einer Zalando-Bookerin, die sich weigere, schwarze Kollegen zu grüßen. Sie sei bekannt für rassistische Witze und Kommentare und arbeite trotz Beschwerden bis heute für das Unternehmen. Auch in anderen Abteilungen sei man Menschen mit rassistischer Einstellung begegnet. Beispielsweise sollen Retuscheure beauftragt worden sein, die Haut schwarzer Models nachträglich aufzuhellen.

Fazit

Auf seiner Webseite hat Zalando inzwischen ein Bekenntnis zu Internationalität und Diversität veröffentlicht. Fernando Torres antwortete man auf seinem Instagram-Account: Der Konzern nehme die Vorwürfe ernst und halte das beschriebene Verhalten für inakzeptabel. Auch eine interne Untersuchung sei mittlerweile eingeleitet worden.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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