Urteil: Händlerin muss gefälschte Weine zurücknehmen

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Händler, die hochwertige Weine verkaufen, können dafür weltweit Spitzenpreise verlangen. Eine Weinhändlerin aus Bayern kaufte daher im März 2012 bei einer Kölner Händlerin 36 Flaschen Rotwein der Weinlage Romanée-Conti. Sie bezahlte für die seltenen Flaschen knapp 300.000 Euro. Kurz danach verkaufte sie diese an einen Händler in Singapur weiter. Dann stellte sich jedoch heraus: Es handelte sich um Fälschungen. Wie flog die Fälschung auf? Und was sagte das Oberlandesgericht (OLG) Köln zu dem Fall?

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Weinhändlerin will ihr Geld für gefälschte Weine zurück

Nachdem die Weinhändlerin aus Bayern die Weine nach Singapur weiterverkauft hatte, kamen im April 2013 in der Weinbranche Gerüchte auf, dass Teile dieser Weine gefälscht seien. Der Händler in Singapur schickte daher 34 der 36 Flaschen an die Weinhändlerin aus Bayern zurück. Diese forderte die Weinhändlerin aus Köln dazu auf, den Kaufpreis anteilig zurückzuzahlen. Das wollte sie jedoch nicht. Der Fall landete schlussendlich vor dem OLG Köln.

So entschied das OLG Köln über die Weinflaschen

Vor dem OLG Köln bestritt die Kölner Händlerin, dass es sich um gefälschte Weine handele. Um das zu überprüfen, wurden die Etiketten der Weine mit einer speziellen Lupe untersucht. Denn: Die Etiketten wurden mit einem besonderen Verfahren erstellt, das ein unverkennbares Druckergebnis hervorbringt. Das Ergebnis: Nur 2 der 34 zurückgeschickten Flaschen waren echt.

Die Kölner Weinhändlerin wollte vor Gericht zudem bewiesen haben, dass es sich bei den vorliegenden Flaschen um die Flaschen handelt, die sie an die Weinhändlerin aus Bayern verkauft hatte. Die bayerische Händlerin hatte jedoch bei Anlieferung des Weins aus Köln die Flaschennummern auf der Rückseite der Rechnung notiert. Die aus Singapur zurückgeschickten Weine trugen in der Packliste diese Nummern. Das reichte dem Gericht aus. Es kam daher zu dem Ergebnis: Die Kölner Händlerin muss der Bayerischen Händlerin den Kaufpreis anteilig Zug-um-Zug gegen Rückgabe der betroffenen Flaschen zurückerstatten (Urteil vom 25.06.2020, Az. 28 U 53/19)

Fazit

Bereits das Landgericht (LG) Köln war zu dem Schluss gekommen, dass die Kölner Händlerin den Kaufpreis zurückerstatten muss. Das OLG Köln ließ keine Revision zu.

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