OLG Frankfurt: Werbung mit über Gewinnspiel generierten Bewertungen verboten

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Bewertungen auf Social-Media-Kanälen sind für Händler heute unverzichtbar, um Kunden von ihren Leistungen überzeugen zu können. Um möglichst viele Bewertungen zu sammeln, versuchte kürzlich eine Händlerin, über ein Gewinnspiel Kunden dazu zu motivieren, ihr Rating auf Facebook abzugeben. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt entschied jetzt: Das durfte die Händlerin nicht. Wie dürfen Unternehmen Bewertungen generieren?

Anzeige

So warb eine Whirlpool-Händlerin für ein Gewinnspiel auf Facebook

Eine Whirlpool-Verkäuferin rief User auf Facebook dazu auf, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Dazu mussten Nutzer den Post liken, bewerten oder teilen. Und: Sie konnten an dem Gewinnspiel teilnehmen, indem sie die Facebook-Seite der Händlerin likten oder bewerteten. Für jede vorgenommene Aktion erhielten User ein Los.

Eine Konkurrentin hielt das für wettbewerbswidrig. Die Whirlpool-Händlerin werbe so auf Facebook mit Bewertungen, die als Gegenleistung für die Teilnahme an einem Gewinnspiel abgegeben wurden.

Wie entschied das OLG Frankfurt über die generierten Bewertungen?

Das OLG Frankfurt kam zu dem Schluss: Unternehmen dürfen nicht mit Bewertungen werben, die sie für eine Gegenleistung erhalten haben. Denn: Grundsätzlich wirken Bewertungen von Usern objektiv. Sie werden daher höher bewertet als die Äußerungen von Unternehmen selbst. Wirbt ein Händler jedoch mit Bewertungen, die auf einer Gegenleistung basieren, ist das irreführend und damit unlauter. Kunden, die Bewertungen abgeben, müssen in ihrem Urteil frei und unabhängig sein. Ein erheblicher Teil der Bewertungen auf der Facebook-Seite der Whirlpool-Verkäuferin stammt jedoch aus dem Gewinnspiel. Diese Bewertungen sind nicht objektiv, so die Richter des OLG Frankfurt. Die Händlerin darf daher nicht damit werben (Urteil vom 20.8.2020, Az. 6 U 270/19).

So hatte das LG Frankfurt entschieden

Bereits das Landgericht Frankfurt kam zu dem Ergebnis: Die Whirlpool-Händlerin darf nicht mit Bewertungen werben, auf die sie mit einer Gegenleistung Einfluss genommen hat (Urteil vom 19.11.2019, Az. 3-06 O 87/18).

Fazit

Das Urteil des OLG Frankfurt ist noch nicht rechtskräftig. Die Whirlpool-Händlerin kann eine Beschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen, um gegen die Nichtzulassung der Revision vorzugehen.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Polizei warnt: Das sind die Tricks von Fake-Shops Mit dem Beginn der Weihnachtszeit stürmen Verbraucher in Onlineshops, um Geschenke für ihre Liebsten zu kaufen. Damit sie dabei nicht auf Fake-Shops hereinfalle...
Weiterlesen...
Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft: Handel soll nachhaltigere Verpackungen verwenden Mit dem boomenden Online-Handel steht die EU mittlerweile vor einem Problem: Die Länder produzieren zu viele Verpackungen, die sie nicht wiederverwerten können....
Weiterlesen...
E-Commerce: Mobile Schaufenster bei WhatsApp Der Messenger WhatsApp zielt mehr und mehr auf Unternehmen. Kataloge oder mobile Schaufenster sollen in Zukunft dafür sorgen, dass Produkte und Dienstleistungen...
Weiterlesen...
Online-Shops: Ist Werbung mit „14-Tage Geld-zurück-Garantie“ erlaubt?  Nicht erlaubte Werbeaussagen sind einer der häufigsten Abmahngründe. Doch mit welchen Produkt- und Servicebesonderheiten darf überhaupt geworben werden?...
Weiterlesen...
Urteil: Händlerin muss gefälschte Weine zurücknehmen Händler, die hochwertige Weine verkaufen, können dafür weltweit Spitzenpreise verlangen. Eine Weinhändlerin aus Bayern kaufte daher im März 2012 bei einer Kölne...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren regelmäßigen und kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support