Konzertkartenverkauf: Wiederverkäufer haften nicht für Konzertausfall

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Bekanntermaßen können Konzertkarten nicht nur beim Veranstalter sondern auch über andere gewerbliche Anbieter zum Beispiel über Auktionsplattformen gekauft werden. Mit der Frage, inwieweit dieser für den Ausfall eines Konzertes haftet, hat sich das OLG Hamm befasst.

Anzeige

Was war geschehen?

Die Beklagte handelte gewerblich über eine Auktionsplattform mit Konzertkarten. In ihrem Angebot befanden sich unter anderem auch Konzertkarten zu ausverkauften Konzerten. Auf ihrer Angebotsseite war unter der Rubrik §Rücknahme folgende Klausel zu finden:

"Sofern das Konzert ... abgesagt wird, wird dem Kunden vom Verkäufer das Recht eingeräumt, die Eintrittskarte/n unverzüglich, spätestens jedoch eine Woche nach Absage des Konzerts ... an den Verkäufer an obig angegebene Anschrift zurückzusenden. Maßgeblich ist das Datum der Absendung der Karte/n. Sofern der Verkaufspreis der Karte/n nicht unter dem aufgedruckten Kartenpreis liegt, wird dem Kunden der Kartenpreis, ansonsten lediglich der Verkaufspreis zurückerstattet."

Die Klägerin handelte ebenfalls über einen Onlineshop mit Eintrittskarten. Sie hielt diese Klausel für unwirksam, da sie den Vertragspartner unangemessen benachteilige und mahnte die Beklagte daraufhin ab.

Kostenlose Checkliste für Onlineshop-Betreiber - Jetzt herunterladen!

Wie Sie in 5 einfachen Schritten Ihren Online-Shop abmahnsicher gestalten

  • Sie betreiben einen Online-Shop und sind das Abmahnrisiko leid?
  • Sie wollen sich auf den Verkauf konzentrieren?
  • Eine anwaltliche Prüfung ist Ihnen zu teuer?

Internetprofi & Rechtsanwalt Sören Siebert erklärt Ihnen in der Checkliste wie Sie Ihren Shop auch ohne Anwalt abmahnsicher machen und damit sogar Ihre Umsätze steigern.

Entscheidung des Gerichts

Das OLG Hamm wies in seinem Urteil vom 30.07.2009 (Az.: 4 U 69/09) die Klage, wie auch schon die Vorinstanz, zugunsten der Beklagten zurück. Die Richter gaben an, dass die beanstandete Rücknahmeklausel im Internetangebot der Beklagten nicht unwirksam sei. Da sie keine wesentlichen Rechte des Käufers verletzt, benachteilige sie auch nicht die angesprochenen Kartenkäufer unangemessen. Zudem handele es sich bei Kartenkauf im Internet um einen Rechtskauf. Durch Übersendung der Karte habe die Beklagte den Kaufvertrag erfüllt. Die Durchführung des Konzertes sei wiederum Sache des Veranstalters. Der Veranstalter sei grundsätzlich dazu verpflichtet, jedem Karteninhaber den Zutritt zu dem Konzert zu verschaffen, unabhängig davon, wie der Karteninhaber an die Karte gelangt ist. Wird das Konzert abgesagt, hafte der Veranstalter.

Die Richter des OLG Hamm stellen ausdrücklich klar, dass der Wiederverkäufer nicht hafte, weil dieser durch die Übersendung der Karte bereits seine Leistung in vollem Umfang erbracht habe. Zudem habe er gar keinen Einfluss darauf, ob das Konzert durchgeführt wird oder nicht. Der Beklagte sei somit ohne die beanstandete Klausel in einem solchen Fall nicht zur Rücknahme der Karte verpflichtet. Der Käufer könne daher den Veranstalter in Anspruch nehmen. Von diesem kann der Käufer aber nur den aufgedruckten Kartenpreis erstattet bekommen. Der Beklagte dürfe als Wiederverkäufer den Mehrpreis als Gewinn behalten.

Fazit

Kartenkäufer sollten sich aufgrund dieses Urteils vor Augen halten, dass sie im Falle eines Konzertausfalls nur den eigentlichen, auf der Karte abgedruckten Preis vom Veranstalter erstattet bekommen. Liegt der Ticketpreis des Wiederverkäufers höher, bleiben sie auf der Differenz sitzen.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Werbung "ohne 19 % Mehrwertsteuer" ist unzulässig Die Zeitungswerbung eines Elektrogroßmarktes "ohne 19 % Mehrwertsteuer", die nur für einen einzigen und mit dem Erscheinen der Werbung glei...
Weiterlesen...
Filesharing: Darf der Internetprovider Nutzungsdaten an Filmfirmen herausgeben? Die Tatsache, dass viele Urheber Rechtsverletzungen in p2p-Netzwerken anwaltlich und gerichtlich verfolgen, schreckt viele Nutzer nicht davon ab, auch weiterh...
Weiterlesen...
Vorsicht Shopbetreiber: Abmahnungen wegen Werbung mit "TÜV-geprüft", "GS-geprüft" und "CE-geprüft" Ein Urteil des LG Dresden sorgt aktuell für Abmahnungen von Händlern und Shopbetreibern. Es geht um Werbung mit Testergebnissen einer TÜV-Prüfung. Auch Werbun...
Weiterlesen...
Offline Werbung: Droht eine Abmahnung, wenn Pflichtangaben nicht auf Flyern stehen? Werbeprospekte sollen den potentiellen Kunden möglichst umfassend über die Beschaffenheit von Waren informieren. Das Landgericht Düsseldorf musste sich fragen...
Weiterlesen...
Online-Partnerbörse: Darf Elitepartner.de die Kündigung per E-Mail ausschließen? Immer mehr Menschen suchen heutzutage die Liebe im Internet. Das Geschäft mit Partnerbörsen boomt. Die Vertragsbedingungen bewegen sich jedoch nicht immer im ...
 
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support