Groupon & Co.: Ehrendoktortitel für 39.- Euro ist rechtswidrig

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Beim Gutscheinportal Groupon werden Nutzern in aller Regel lokale, verbilligte Angebote für Restaurants, Massagen, Reisen etc. angeboten. Vor kurzem vermittelten die Betreiber des Portals den Kauf von Ehrendoktortitel z.B. in Ufologie. Ob dies zulässig ist, hatte das VG Berlin zu entscheiden.

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Was ist passiert?

Die Gutschein-Plattform Groupon bot am 14. Mai 2012 in Deutschland Ehrendoktortitel an. Diese Doktortitel stammten von der sog. „Miami Life Development Church“, welche gegen eine „milde Spende“ „kirchliche Ehrendoktor-, Ehrenprofessortitel oder beide“ verlieh.

Die Gutschein-Plattform bewarb das Angebot mit der Äußerung:

"39 Euro statt 150 Euro - Ehrendoktortitel: Mit Doktor h.c. oder Professor h.c. vor dem eigenen Namen für Aufsehen sorgen.“

Kunden konnten dabei aus Disziplinen wie „Engel-Therapie“, „Exorzismus“, „Wunderheilung“, „Parapsychologie“ und „Ufologie“ wählen, weshalb Groupon sein Angebot zum Kauf der Doktortitel auch als lediglich scherzhaft gemeint ansah. Die Titel waren dabei nur in englischer Sprache aufgeführt. Üblicherweise wird der Ehrendoktortitel von Universitäten jedoch nur dann verliehen, wenn sich eine Person für besondere akademische oder wissenschaftliche Verdienste ausgezeichnet hat.  

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Entscheidung des Gerichts

Schließlich hatte die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin zu entscheiden und untersagte den Verkauf von Doktortiteln über Groupon in einer Eilentscheidung (Beschluss vom 04.09.2012 – Az.: VG 3 L 216.12).

Die zum Kauf angebotenen Titel sind nach Ansicht der Berliner Richter mit Hochschulgraden, Hochschultiteln oder Hochschultätigkeitsbezeichnungen zum Verwechseln ähnlich. Gerade dies ist aber nach dem Berliner Hochschulgesetz verboten.

Entscheidend ist nach Ansicht der Richter der Blickwinkel eines durchschnittlichen Betrachters. Bezeichnungen wie „Psychic Sciences“ sind bei flüchtigem Blick mit „Psychologie“ verwechselbar, weisen also eine Ähnlichkeit zu allgemein anerkannten wissenschaftlichen Fachbereichen auf. Um diese „Fachbereiche“ von wissenschaftlichen Fachbereichen wirklich abgrenzen zu können, sind differenzierte Englischkenntnisse von Nöten, welche der durchschnittliche Betrachter jedoch gerade nicht hat. Bei nur oberflächlicher Betrachtung ist daher nicht erkennbar, dass es sich bei den Titeln um Phantasienamen handelt, so die Richter. 

Fazit

Auch wenn es sich bei den auf Groupon angebotenen Doktortiteln um keine wirklichen Doktortitel handelt und diese in erfundenen „Fachbereichen“ angeboten wurden, sind diese aus Verbraucherschutzgründen unzulässig, weil sie mit echten Titeln leicht verwechselbar sind.

Immer wieder gerät das Gutscheinportal „Groupon“ in das Augenmerk der Rechtsprechung. So hatte sich erst vor kurzem das LG Köln mit der Frage auseinanderzusetzen, ob Ärzte auf Gutscheinportalen werben dürfen (vgl. . Schließlich hatte sich das LG Berlin mit der Frage zu befassen, ob die zeitliche Befristung eines Groupon Gutscheins zulässig ist.

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