Werbung durch Amazon: Abmahngefahr für Amazon Händler durch AdWords-Schaltung?

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Das Internetkaufhaus Amazon stellt für Händler eine willkommene Möglichkeit dar, ihre Produkte anzubieten. Jedoch birgt dieser Absatzweg für sie auch gewisse Risiken. So zum Beispiel, wenn Amazon AdWords-Werbung bei Google schaltet, die etwas bewirbt, das der Händler in Wirklichkeit gar nicht anbietet. Mit einem solchen Fall hatte sich das LG Frankfurt kürzlich auseinanderzusetzen.

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Schaltung einer AdWords-Anzeige durch Amazon, ohne dass der Händler hiervon wusste

Im vorliegenden Fall hatte nicht etwa der Händler selbst, sondern Amazon für dessen Angebote eine AdWords-Werbung bei Google geschaltet. Diese Art der Werbung funktioniert in der Weise, dass der Internetnutzer bei Google ein bestimmtes Keyword, z.B. einen Markennamen oder Produkttyp eingibt und dann in den Suchergebnissen auf das Angebot des jeweiligen Händlers stößt.

In der vorliegenden AdWords-Anzeige wurde eine kostenlose Lieferung von Waren ab einem Bestellwert von 20 € angeboten. Tatsächlich bot der Amazonhändler jedoch selbst bei einem Bestellwert von mehr als 20 € keine kostenlose Lieferung an. Die Besonderheit an diesem Fall besteht jedoch darin, dass der Händler nichts von der Schaltung der AdWords-Anzeige durch Amazon wusste und dies augenscheinlich auch nicht seinem Interesse entsprach.

Händler haftet für von Amazon begangene Wettbewerbsverstöße

Das Landgericht Frankfurt (Beschluss vom 07.11.2012, Az.: 2-06 O 552/12) stellte in seinem Beschluss fest, dass der betroffene Händler für die von Amazon geschaltete unrichtige Werbung haftet und dies unabhängig davon sei, ob er von der Schaltung der Werbung wusste oder nicht.

Das Landgericht begründete dies mit dem Wortlaut des § 8 Abs. 2 UWG. Danach sei Amazon als ein Beauftragter des Händlers anzusehen, sodass der Händler für das Verhalten von Amazon einstehen muss und zur Verantwortung gezogen wird.

Fazit:

Wollen Händler die vielen Vorteile von Amazon für ihre Geschäfte nutzen, müssen sie Vorsicht walten lassen. Sie sollten sich daher stets über das Vorgehen des Internetkaufhauses informieren und bei Verstößen umgehend mit Amazon Kontakt aufnehmen und Beseitigung der AdWords-Werbung verlangen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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