E-Commerce: Tchibo wegen „Zahnersatz-Card“ vor Gericht

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Das Unternehmen Tchibo bietet nicht nur Kaffeeprodukte an, sondern verkauft mittlerweile Waren jeglicher Art. Nun soll auch Zahnersatz zur angebotenen Warenpallette gehören. Doch ist die Werbung Tchibos hierfür zulässig? Das hat nun das Landgericht Düsseldorf entschieden.

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Tchibo wirbt für „Zahnersatz-Card“

In Zusammenarbeit mit dem philippinischen Dentallabor „NOVADENT“ bot Tchibo eine sogenannte „Zahnersatz-Card“ an. Diese sollte Kunden große Preisvorteile für den Zahnersatz und ähnliche Behandlungen verschaffen. Insbesondere Rabatte von bis zu 50% garantierte die angebotene Karte. Die Art und Weise der Werbung für die Karte bemängelte die Audentic AG, ein Konkurrenzunternehmen von NOVADENT und mahnte Tchibo in der Folge ab. Auch die Audentic AG bot Produkte rund um den Zahnersatz an. Sie empfand die Aussagen Tchibos in Bezug auf die angebotene Zahnersatz-Card als wettbewerbswidrig, da die Kaffeerösterei Preisvorteile anbot, ohne dabei Vergleichspreise zu nennen. Diesbezüglich führte Audentic aus, dass etwaige Preisvorteile hinsichtlich der Leistungen von NOVADENT nicht erkennbar seien, da das philippinische Zahnlabor im Jahr 2011 erhebliche niedrigere Preise anbot als es jetzt im Zusammenhang mit der Zahnersatz-Card der Fall sei.

Ebenso sei die Werbung als Irreführung des Kunden einzustufen. Diesem vermittle die Werbung den Eindruck, er selbst könne entscheiden, bei welchen Dentallabor er die Leistungen beanspruchen möchte. In Deutschland sei es aber Aufgabe des für den Patienten zuständigen Zahnarztes, das geeignete Zahnlabor auszusuchen. Es bringe dem Kunden daher nichts, wenn er die beworbene Karte kauft, da der Zahnarzt selbst bei deren Vorlage die Zusammenarbeit mit NOVADENT ablehnen kann. Weiter führte Audentic aus, sei es keine Seltenheit, dass NOVADENT von Zahnärzten abgelehnt werde. Es spiele diesbezüglich eine Rolle, dass es sich um ein philippinisches Zahnlabor handele und eben nicht um ein deutsches. Das Vertrauen in ausländische Labore sei demnach nicht so sehr gefestigt. Nun landete der Fall beim Landgericht Düsseldorf.

Werbung für Zahnersatz-Card ist wettbewerbswidrig

Das Landgericht Düsseldorf (Az. 38 O 113/13) gab der Audentic AG Recht. Die Abmahnung gegen Tchibo sei nach Ansicht der Richter gerechtfertigt, da die Werbung für die Zahnersatz-Card gegen das Wettbewerbsrecht verstoße. Tchibo ist daher nun gehalten, sich ein neues Werbekonzept zu überlegen. Dabei kündigte die Kaffeerösterei an, gegen die Entscheidung und damit auch die Abmahnung vorgehen zu wollen. In Bezug auf diese Ankündigung erscheint es jedoch bemerkenswert, dass Tchibo dennoch den Kunden rät, sich vor dem Kauf der Karte mit dem behandelnden Zahnersatz in Verbindung zu setzen und zu klären, ob eine Zusammenarbeit mit NOVADENT überhaupt möglich sei. Ebenso bestätigte ein Sprecher des Unternehmens, die Werbung zu überarbeiten.

Fazit:

Bei der Werbung für Heilbehandlungen bzw. Produkte, die mit dieser in Verbindung stehen ist Vorsicht geboten. Insbesondere die Vorschriften des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) spielen dabei eine große Rolle. Jedenfalls muss der Kunde über alle erheblichen Umstände der angebotenen Leistungen informiert werden. Dem kam Tchibo vorliegend nicht nach. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich das Unternehmen mit Erfolg gegen die Abmahnung wehren kann.

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