Online-Shops: Wann darf ein Produkt als „Testsieger“ bezeichnet werden?

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Werbung und Produktmarketing sind ein unerlässliches Mittel zur Absatzsteigerung. Die Bezeichnung als „Testsieger“ ist dabei sehr effektiv um die Aufmerksamkeit und auch das Vertrauen von Kunden zu gewinnen. Wann diese Bezeichnung zulässig ist, hat das OLG Hamburg kürzlich entschieden.

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Die Testreihe hatte drei Gewinner

Im vorliegenden Fall hatte die Stiftung Warentest sechzehn Blutzuckermessgeräte getestet, bei denen drei die Bestnote von 1,7 erhalten hatten. Nachdem die Testreihe beendet war, wurde an die drei Sieger die Testnote „gut“ vergeben. Kurz darauf bewarb einer der Gewinner sein Produkt mit den Worten „Testsieger“ und behauptete, er habe „den ersten Platz“ belegt. In der Folge wurde das Unternehmen von einem Konkurrenzunternehmen verklagt, dass ebenfalls unter den drei ersten der Testreihe gewesen war. Das Unternehmen war der Ansicht, dass es unzulässig war, das Produkt als „Testsieger“ zu bewerben, wenn weitere Produkte gleichwertig abgeschnitten hatten.

Bezeichnung als „Testsieger“ ist irreführend, wenn das Produkt nicht die alleinige Spitzenposition hat

Das OLG Hamburg gab dem klagenden Unternehmen Recht (Urteil vom 27.06.2013, Az. 3 U 142/12). Die Richter führten aus, dass die Bezeichnung als „Testsieger“ nur dann zulässig ist, wenn sich nur ein Produkt als alleiniger Gewinner durchgesetzt hat. Bei mehreren Erstplatzierten muss hierauf hingewiesen werden, da der Kunde die Gleichwertigkeit weiterer Produkte sonst nicht erkennen könnte. Durch die Verwendung des Wortes „Testsieger“ wird dem Kunden suggeriert, dass es nur einen Sieger der Testreihe gab. Da dies nicht den Tatsachen entspricht, wird das Produkt daher mit einer Spitzenstellung beworben, die bei einem geteilten Sieg tatsächlich nicht existiert. Hierin ist sowohl eine Irreführung des Kunden zu sehen als auch eine Wettbewerbsbeeinträchtigung. Das Gericht hat daher die irreführende Spitzenstellungsbehauptung in der Werbung des Unternehmens verboten.

Fazit:

Werbeaussagen müssen stets sorgfältig ausgewählt werden, da keine irreführenden Behauptungen aufgestellt werden dürfen. Auch bei der Vermarktung von Testergebnissen müssen Unternehmen darauf achten, dass keine Spitzenstellungen behauptet werden, wenn diese in Wahrheit nicht existieren. Daher sollte auch auf geteilte Bestnoten hingewiesen werden, wenn eine Testreihe nicht nur einen Testsieger ergeben hat.

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