Online-Shops: Sind Buchrezensionen urheberrechtlich geschützt?

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Onlinebuchhändler bewerben die von Ihnen angebotenen Bücher häufig mit Ausschnitten von Buchrezensionen. Das Landgericht München hatte sich aufgrund einer Klage der FAZ damit zu beschäftigen, ob eine solche Praxis von buch.de gegen das Urheberrecht des Verfassers verstößt.

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buch.de bewarb seine Bücher mit Auszügen aus der FAZ

Der Streitigkeit liegt eine in der Buchbranche eigentlich übliche Praxis zugrunde. Nicht nur die Thalia-Tochter sondern auch viele andere Plattformen bewerben ihre Bücher mit Rezensionen aus Tagespresse und anderen Quellen. Buch- und Presseverlage teilten sich auf diese Art die einmal geschriebenen Rezensionen. Auf der Website www.buch.de wurden Bücher unter anderem mit gekürzten und auszugsweise dargestellten Rezensionen aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beworben. In diesem Vorgehen sah die FAZ jedoch eine Urheberrechtsverletzung und klagte daher auf Unterlassung einer solchen Werbung gegen den Onlinebuchhändler.

Gericht bejaht Urheberrechtsverletzung und untersagt Werbung mit Fremdrezensionen

Das Landgericht München I war mit dem Streit betraut (Urteil vom 12.02.2014, Az.: 21 O 7543/12). Das Gericht gab im Ergebnis der FAZ recht. Zeitungsartikel genießen nach Ansicht des Gerichts urheberrechtlichen Schutz, sodass eine auszugsweise Darstellung der Texte dieses Urheberrecht auch verletzen kann. Dies lag bei den dargestellten Rezensionsauszügen bei buch.de vor. Ein erlaubtes Zitieren sei in solchen Fällen gerade nicht gegeben, da der Zweck des Zitates dabei allein die Werbung für die eigenen Produkte sei. Das Landgericht machte außerdem noch Ausführungen zu der Branchenpraxis im Allgemeinen. Die Richter am Landgericht erblickten auch in der länger dauernden Branchenübung nämlich keine generelle Erlaubnis der Übernahme von urheberrechtlich geschützten Texten. Das Landgericht München hat der Thalia-Tochter buch.de daher im Ergebnis untersagt, Artikel und/oder Artikelauszüge, die Rezensionen von der FAZ enthalten, zu vervielfältigen oder öffentlich zugänglich zu machen.

Fazit:

Onlinebuchhändler benötigen für eine Bewerbung Ihrer Bücher mit Fremdrezensionen die Erlaubnis des jeweiligen Urhebers. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sprach in einer Stellungnahme daher davon, dass das Miteinander von Buch- und Presseverlagen bei der Verwendung von Rezensionen nach dem Urteil des LG München in Zukunft nicht mehr möglich sei. Ganz unerwartet trifft den Onlinehandel das Urteil jedoch nicht. Der Börsenverein hatte die Verlage bereits im September dazu aufgefordert, die nicht lizenzierten Auszüge aus den Datenbanken zu entfernen.

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