Amazon-Marketplace: 40.000 Euro Schadensersatz wegen schlechter Bewertung?

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Kundenbewertungen können für Händler sehr gut oder sehr schlecht sein. Ist die Bewertung positiv ist sie zugleich gute Werbung für den Händler. Negative Bewertungen schrecken neue Kunden aber eher ab. Daher versuchen Händler immer wieder, gegen schlechte Bewertungen gerichtlich vorzugehen. Einen solchen Fall hatte das LG Augsburg gerade zu entscheiden.

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Amazon-Händler wollte Schadensersatz wegen schlechter Bewertung

Der Fall drehte sich um einen Amazon-Händler, der beim Marketplace seine Waren anbot. Ein Kunde kaufte bei ihm ein Fliegengitter für rund 22 EUR. Der Versuch, das Fliegengitter zuhause zu befestigen scheiterte. Der Kunde fand, dass die vom Händler beigelegte Anleitung missverständlich gewesen war. Er hatte deswegen das Gitter zu klein zugeschnitten. Es ließ sich mit dem zu kleinen Abmaß nicht mehr befestigen. Der Kunde veröffentlichte dann eine Bewertung zu der Bestellung. Darin sagte er, dass die Lieferung schnell erfolgt war. Er schrieb jedoch unter anderem auch

„Der Verkäufer: Nie wieder!“.

Der Amazon-Händler wollte diese Bewertung natürlich schnell gelöscht haben. Er wandte sich deswegen an seinen Kunden und verlangte die Löschung oder Abänderung der Aussage. Es kam zum Streit zwischen den beiden. Der Kunde beschwerte sich dann daraufhin bei Amazon. Amazon reagierte mit der Löschung des Verkäufer-Accounts auf die Beschwerde.

Händler verlangte 40.000 EUR Schadensersatz

In seiner Klage gegen seinen ehemaligen Kunden verlangte der Händler dann 40.000 EUR Schadensersatz. Er stützte sich darauf, dass er aufgrund des Verhaltens des Kunden den Verkauf seiner Ware nicht mehr ausführen konnte. Ohne seinen Verkäufer-Account konnte er keinen Umsatz erzielen. Das Landgericht Augsburg war für den Fall zuständig. Das Gericht entschied mit Urteil vom 30.07.2014 (Az.: 021 I 4589/13), dass der Händler hätte nachweisen müssen, dass die Kritik des Kunden an der Montageanleitung unberechtigt gewesen war. Er hätte deswegen beweisen müssen, dass seine Montageanleitung nicht falsch gewesen war. Dies hatte der Händler nicht getan. Ein Schadensersatz konnte ihm daher nicht zugesprochen werden.

Fazit:

Kunden dürfen auch negative Bewertungen abgeben. Solange richtige und sachliche Angaben darin gemacht werden, können Händler dagegen im Normalfall nichts tun. Bei unrichtiger Kritik können Händler aber verlangen, dass die Bewertung gelöscht oder angepasst wird. Die Einzelheiten der Löschung oder Berichtigung hängen häufig auch davon ab, über welchen Dienst die Bewertungen abgegeben werden.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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