Amazon-Marketplace: 40.000 Euro Schadensersatz wegen schlechter Bewertung?

(7 Bewertungen, 4.86 von 5)

Kundenbewertungen können für Händler sehr gut oder sehr schlecht sein. Ist die Bewertung positiv ist sie zugleich gute Werbung für den Händler. Negative Bewertungen schrecken neue Kunden aber eher ab. Daher versuchen Händler immer wieder, gegen schlechte Bewertungen gerichtlich vorzugehen. Einen solchen Fall hatte das LG Augsburg gerade zu entscheiden.

Anzeige

Amazon-Händler wollte Schadensersatz wegen schlechter Bewertung

Der Fall drehte sich um einen Amazon-Händler, der beim Marketplace seine Waren anbot. Ein Kunde kaufte bei ihm ein Fliegengitter für rund 22 EUR. Der Versuch, das Fliegengitter zuhause zu befestigen scheiterte. Der Kunde fand, dass die vom Händler beigelegte Anleitung missverständlich gewesen war. Er hatte deswegen das Gitter zu klein zugeschnitten. Es ließ sich mit dem zu kleinen Abmaß nicht mehr befestigen. Der Kunde veröffentlichte dann eine Bewertung zu der Bestellung. Darin sagte er, dass die Lieferung schnell erfolgt war. Er schrieb jedoch unter anderem auch

„Der Verkäufer: Nie wieder!“.

Der Amazon-Händler wollte diese Bewertung natürlich schnell gelöscht haben. Er wandte sich deswegen an seinen Kunden und verlangte die Löschung oder Abänderung der Aussage. Es kam zum Streit zwischen den beiden. Der Kunde beschwerte sich dann daraufhin bei Amazon. Amazon reagierte mit der Löschung des Verkäufer-Accounts auf die Beschwerde.

Händler verlangte 40.000 EUR Schadensersatz

In seiner Klage gegen seinen ehemaligen Kunden verlangte der Händler dann 40.000 EUR Schadensersatz. Er stützte sich darauf, dass er aufgrund des Verhaltens des Kunden den Verkauf seiner Ware nicht mehr ausführen konnte. Ohne seinen Verkäufer-Account konnte er keinen Umsatz erzielen. Das Landgericht Augsburg war für den Fall zuständig. Das Gericht entschied mit Urteil vom 30.07.2014 (Az.: 021 I 4589/13), dass der Händler hätte nachweisen müssen, dass die Kritik des Kunden an der Montageanleitung unberechtigt gewesen war. Er hätte deswegen beweisen müssen, dass seine Montageanleitung nicht falsch gewesen war. Dies hatte der Händler nicht getan. Ein Schadensersatz konnte ihm daher nicht zugesprochen werden.

Fazit:

Kunden dürfen auch negative Bewertungen abgeben. Solange richtige und sachliche Angaben darin gemacht werden, können Händler dagegen im Normalfall nichts tun. Bei unrichtiger Kritik können Händler aber verlangen, dass die Bewertung gelöscht oder angepasst wird. Die Einzelheiten der Löschung oder Berichtigung hängen häufig auch davon ab, über welchen Dienst die Bewertungen abgegeben werden.

 

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Das Messer, das niemals stumpf wird: Abmahngefahr bei fehlerhaften Werbeaussagen Küchenbesteck, das angeblich die Sterneköche verwenden, und sogenannte "japanische Messer", die in Wirklichkeit in ganz anderen Ländern hergestellt wurden – wen...
Weiterlesen...
Softwarelizenzen: Darf in AGB der Weiterverkauf von Software beschränkt werden? Der Handel mit gebrauchter Software ist ein sehr lohnendes Geschäft und war bereits in der Vergangenheit häufig Gegenstand von Verfahren. Das LG Hamburg hatte n...
Weiterlesen...
LG Hamburg: Filesharing – Rückschlag für Piratenjäger Filesharer wird es freuen, die Industrie schaut in die Röhre. So zumindest könnte man das aktuelle Urteil des LG Hamburg vom 14.03.2008 (Az. 308 O 76/07) zusamm...
Weiterlesen...
Massenabmahnungen: Rechtsmissbrauch bei 120 Abmahnungen in nur 19 Tagen Das Kammergericht Berlin hat kürzlich entschieden, dass von rechtsmissbräuchlichem Verhalten auszugehen ist, wenn 120 Abmahnungen in nur 19 Tagen ausgesprochen ...
Weiterlesen...
Werbung mit Siegeln: Händler darf mit Zertifizierung der Deutschen Post werben Die Werbung mit Zertifizierungen und damit verbundenen Siegel beschäftigt die deutschen Gerichte immer wieder. Nun musste das Brandenburgische Oberlandesgeric...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support