Reisebuchung im Netz: Dürfen Reiseveranstalter mit „4-Sterne-Kreuzfahrt“ werben?

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Händler und Dienstleister müssen bei der Werbung für ihre Leistungen Vorsicht walten lassen, da Kunden nicht in die Irre geführt werden dürfen. Das Landgericht Hanau musste entscheiden, ob die Werbung für eine „4-Sterne-Kreuzfahrt“ wettbewerbswidrig ist.

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Reiseveranstalter wirbt für 4-Sterne-Kreuzfahrtsschiff

Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens war die Werbung eines Reiseveranstalters im Internet für eine siebentägige Donau-Kreuzfahrt von Passau nach Budapest. Das Angebot enthielt einen Hinweis darauf, dass das eingesetzte Schiff über vier Sterne verfüge.

Ein Verband zur Förderung gewerblicher Interessen mahnte den Veranstalter ab. Zur Begründung führte der Verband aus, die Werbung führe die Kunden in die Irre und sei daher wettbewerbswidrig. Der Betroffene gab zwar die geforderte Unterlassungserklärung ab, weigerte sich aber, der Aufforderung zur Erstattung der Abmahnkosten nachzukommen. Aus diesem Grund musste nun das Landgericht Hanau den Fall entscheiden.

Offizielles Sterne-Bewertungssytem für Kreuzfahrtschiffe nicht vorhanden

Das Landgericht Hanau (Urteil vom 01. September 2014, Az. 7 O 397/14) entschied, dass die Werbung die Kunden in die Irre führt. Das Gericht stellte zunächst klar, dass die Angabe der Sterne auf das Bewertungssystem Bezug nimmt, welches aus dem Hotelgewerbe bekannt ist. Bei dem Kunden wird der Eindruck erzeugt, dass Schiff verfüge über 4-Sterne und sei deshalb einer entsprechenden Kategorie zuzuordnen. Ein Bewertungssystem, wie es bei Hotels üblich ist, existiert für Schiffe jedoch nicht, sodass sich jegliche Kategorisierung grundsätzlich verbietet.

Das Landgericht führte aus, dass eine Werbung mit einer solchen Bewertung nur dann zulässig gewesen wäre, wenn der Veranstalter darauf hingewiesen hätte, dass es sich bei der Kennzeichnung mit den Sternen um kein Gütesicherungsverfahren, sondern um seine eigene Einschätzung handelte. Ein Hinweis auf eine Eigenbewertung war der Angebotsbeschreibung zwar auf der letzten Seite der 5-seitigen Reisebeschreibung angefügt. Dies reichte nach Ansicht des Gerichts aber nicht aus. Es war nicht damit zu rechnen, dass der Kunde den Hinweis auch tatsächlich wahrnimmt.

Fazit:

Das Bewertungssystem für Hotels ist nach dem Urteil des Landgerichts Hanau nicht auf Kreuzfahrtschiffe übertragbar. Das Urteil stellt klar, dass Anbieter nur dann mit Sterne-Bewertungen für Kreuzfahrtschiffe werben dürfen, wenn sie deutlich machen, dass es sich um eine eigene Einschätzung handelt.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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