Urteil: Dürfen Reiseveranstalter Stornokosten in Höhe von 90% verlangen?

(3 Bewertungen, 4.67 von 5)

 Üblicherweise verlangen Reiseveranstalter für die Stornierung vom Kunden Stornogebühren. Doch wie hoch dürfen die Unternehmen diese ansetzen? Das Landgericht Köln musste sich fragen, ob die Unternehmen stolze 90% verlangen dürfen.

Anzeige

Reiseveranstalter verlangte Stornopauschale in Höhe von 90%

Ein Reiseveransatler bot den Kunden nicht nur Pauschalreisen, sondern auch Rundreisen, Flüge, Kreuzfahrten sowie Buchungen von Mietwagen und Hotels an. Sofern der Kunde nicht erschien, verlangte der Reiseveranstalter für sämtliche Reiseleistungen (bis auf gebuchte Kreuzfahrten) pauschale Stornogebühren in Höhe von 90% des jeweiligen Preises. Bei Nichterscheinen zu einer gebuchten Kreuzfahrt behielt das Unternehmen sogar den vollen Preis ein.

Auf diese Umstände wurde der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) aufmerksam. Die Verbraucherschützer beanstandeten die Höhe der verlangten Stornogebühren und zogen vor das Landgericht Köln, welches den Fall entscheiden musste.

Geltend gemachte Stornogebühren müssen belegbar sein

Das Landgericht Köln (Urteil vom 21. Januar 2015, Az. 26 O 196/14) urteilte, dass die Höhe der Stornogebühren unzulässig war. Der Reiseveranstalter ist verpflichtet, die Berechnung seiner Schadensposten offenzulegen, sodass er letztere belegen kann. Diesen erforderlichen Nachweis hat das Unternehmen jedoch nicht erbringen. Somit war es für das Landgericht nicht nachvollziehbar, warum der Resieveranstaler für die angebotenen unterschiedlichen Leistungen jeweils Stornokosten von 90% bzw. bei Kreuzfahren sogar Kosten in Höhe des vollen Reisepreises entstanden sein sollen. Es ist gesetzlich erforderlich, dass Reiseveranstalter für jede einzelne Reiseart ersparte Aufwendungen und andere mögliche Verwertungen der Reiseleistungen ermitteln müssen.

Fazit:

Das Urteil ist aus Sicht der Verbraucher zu begrüßen. Grundsätzlich steht es Reiseveranstaltern frei, Stornogebühren von den Kunden zu verlangen. Diese müssen sich jedoch an den Schadensposten orientieren, welche dem Unternehmen auch tatsächlich entstanden sind.

Unternehmen der Reisebranchen sollten ihre AGB auf entsprechende unzulässige Klauseln prüfen lassen.

Anzeige
Kommentare  
Ronny Wiegand
0 # Ronny Wiegand 08.12.2018, 14:54 Uhr
Von uns verlangt der Reiseveranstalter X-TUI aktuell 796,- Euro zzgl. 10.- Euro Umbuchungsgebühr pro Person für die Ergänzung unseres zweiten Vornamens in einer bestehenden Buchung für eine Pauschalreise im Mai 2019.
Leider hatten wir vergessen, unseren zweiten Vornamen (der leider jeweils an der ersten Stelle seht) anzugeben.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
LG Essen: Inhaber und Unternehmensform müssen ins Impressum/ Kontaktformular nicht ausreichend Die Frage, wie ein abmahnsicheres Impressum aussehen muss, beschäftigt Webseitenbetreiber, seit es die gesetzliche Impressumspflicht gibt. Das LG Essen (Az.:44 ...
Weiterlesen...
Ausnahmeregelung für den Versandhandel durch Altersverifikationssysteme (AVS) Wenn Shops und Online Händler Waren wie Alkohol, Tabak, E-Zigaretten oder Inhalte aus dem Bereich "Erwachsenenunterhaltung" anbieten wollen, muss der Versandhan...
Weiterlesen...
Impressum: Müssen Immobilienmakler im Impressum die Zulassungsbehörde angeben? Das Telemediengesetz verpflichtet Händler und Dienstleister auf ihrer Internetseite ein Impressum zu führen. Das Landgericht Düsseldorf musste sich in diesem ...
Weiterlesen...
Veröffentlichung von Abmahnschreiben im Internet Gerade in der Blogger-Szene ist es ein sehr beliebtes Mittel, sich über eigene Erfahrungen mit anderen Bloggern auszutauschen. Gerade bei juristischen Fragestel...
Weiterlesen...
AGB für eBay: Kostenlos, selbst erstellt und Gratis Muster? In der aktuellen Corona-Krise müssen viele Händler möglichst schnell Waren verkaufen. Was liegt da näher als auf einer Plattform wie eBay zu verkaufen. Und noch...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMESuchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-Prüfung
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support