Achtung Händler: Vorsicht bei regionaler Werbung (bayrische Pilze)

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Kunden möchten oft wissen, aus welcher Region die Zutaten eines Produkts stammen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth musste entscheiden, ob ein Händler für eine Pilzmischung aus Bayern werben darf, wenn die Pilze nicht von dort stammen.

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Unternehmen bietet bayerische Pilzmischung an

Das Unternehmen mit dem Namen „Bayer. Pilze & Waldfrüchte Uwe Niklas GmbH“ bot u.a. eine Pilzmischung an. Auf deren Verpackung war gleich dreimal die Bezeichnung „Bayer. Pilze & Waldfrüchte“ zu finden. Die in der Mischung enthaltenen Pilze stammten aber keineswegs aus Bayern, sondern aus China und Chile. Dies war der Zutatenliste zu entnehmen. Hierauf wurde auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) aufmerksam und ging gegen den Händler vor.

Die Verbraucherschützer waren der Ansicht, die Aufmachung der Produktverpackung samt der verwendeten Begriffe auf der Vorderseite der Verpackung führe die Kunde in die Irre. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat sich nun mit dem Fall befasst.

Herkunftsangabe muss stimmen

Das Landgericht Nürnberg-Fürth (Urteil vom 21. Januar 2015, Az. 3 O 1430/14, noch nicht rechtskräftig) schloss sich der Argumentation des Verbandes an. Das Gericht gab den Verbraucherschützern dahingehend Recht, dass die Aufmachung der Produktverpackung potentielle Kunden in die Irre führt. Bei dem Verbraucher wird der Eindruck erweckt, die Pilze in der Mischung stammen aus Bayern. Dies ist jedoch tatsächlich nicht der Fall, sodass bei den Kunden eine falsche Vorstellung hinsichtlich der Zutaten des Produkts erzeugt wird.

Dabei spielt es keine Rolle, dass das Unternehmen die wahre Herkunft in der Zutatenliste auf dem Produkt offenbart. Die Liste war auf der Verpackung zu unauffällig und konnte daher leicht übersehen werden, sodass sich die Kunden bereits aufgrund der gleich dreifachen Angabe der Bezeichnung „Bayer. Pilze & Waldfrüchte“ eine Vorstellung von der Herkunft der Pilze gemacht haben. Der Händler hatte daher das Nachsehen.

Fazit:

Auch Herkunftsangaben auf Produktverpackungen dürfen die Kunden nicht in die Irre führen. Nicht ausreichend ist es, wenn der Händler nur in der (meistens) kleingedruckten Zutatenliste auf die wahre regionale Herkunft der Zutaten hinweist.

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