5 Sterne: Amazon klagt gegen gefälschte Bewertungen und Rezensionen

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Viele Käufer lassen sich beim Shopping von Bewertungen anderer Kunden leiten. Es ist aber längst kein Geheimnis mehr, dass viele solcher Bewertungen gekauft und gefälscht sind. Amazon reicht es jetzt und hat die Betreiber von Plattformen, die Bewertungen verkaufen, verklagt.

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Gute Bewertungen im Netz sind Gold Wert

Nichts ist für einen zögernden Interessenten überzeugender, als die Meinung eines unvoreingenommenen Verbrauchers, der von seinen praktischen Erfahrungen mit einem Produkt aus erster Hand berichten kann. Was aber, wenn der Bericht gar nicht von einem Verbraucher stammt, sondern von einem professionellen Marketing-Experten? Dann verliert die Rezension, und über kurz oder lang auch der Online-Shop, der solche Bewertungen veröffentlicht, an Glaubwürdigkeit.

20 Dollar für eine Top-Bewertung

Der Online-Händler Amazon hat nun erstmals Klage eingereicht gegen vier Betreiber von Webseiten, die ganz offen mit den positiven Bewertungen Handel treiben. Bei einer der Firmen, www.buyamazonreviews.com, können Anbieter auch zum jetzigen Zeitpunkt noch Vier- und Fünf-Sterne-Bewertungen für ihre Produkte kaufen. Laut Amazon werden hier bzw. auf anderen Portalen Bestbewertungen für rund 20 $ pro Text geschrieben. Wenn die Händler vorher eine leere Produktverpackung an den Rezensenten schickten, würde dies sogar als "bestätigter Kauf", eine als besonders zuverlässig geltende Kategorie, bezeichnet. Ganze Pakete von 5 bis 100 Fünf-Sterne-Kritiken seien im Angebot. Damit, so Amazon, werde das Bewertungssystem unterlaufen; Kunden würden bewusst in die Irre geführt.

Vertrauensverlust für Amazon durch fake-Bewertungen

Der Betreiber von buyamazonreviews.com bestreitet die Vorwürfe. Es handele sich ausnahmslos um echte Bewertungen, die man den Herstellern zur Verfügung stelle. Die seien schließlich dringend auf Bewertungen angewiesen.

Nach Angaben von Amazon machen die gekauften Bewertungen nur einen kleinen Teil aller Rezensionen aus. Dennoch minderten sie das Vertrauen von Kunden, Verkäufern und Herstellern und schadeten damit auch der Marke Amazon. Der Konzern will erreichen, dass keine Rezensionen mehr verkauft werden, und fordert Schadensersatz.

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Internationaler Markt für positive Produktbewertungen

Die Klage wurde in Seattle im US-Bundesstaat Washington eingereicht, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Wie das Gericht entscheiden wird, gilt als völlig offen. Klar ist aber, dass eine große Nachfrage nach positiven Produktbewertungen besteht.

Praxis Tipp:

In Deutschland verstößt der "Kauf" positiver Bewertungen, die dann als echt ausgegeben werden, gegen das Wettbewerbsrecht. Gerichte haben zum Beispiel auch den Kauf von Facebook-Fans und likes verboten.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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