Einschränkungen für Amazon-Verkäufer: Markenprodukte nur noch bei lizenzierten Händlern?

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Immer mehr Verkäufer bei Amazon werden vom Online-Riesen vor vollendete Tatsachen gestellt: Wollen sie weiterhin Produkte von Asics, Burberry, Cartier, Joop und anderen Top-Marken anbieten, müssen sie sich von den Herstellern autorisieren lassen. Doch dieser Prozess birgt möglicherweise weitere Risiken. Ein Fall für das Bundeskartellamt?

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Kurzfristig massive Umsatzeinbußen befürchtet

Man wolle den Kunden ein bestmögliches Einkaufserlebnis bieten, so begründet Amazon seine Neuregelung, die für einige Verkäufer drastische Umsatzeinbußen bedeuten könnte. Denn immer mehr Markenprodukte, die sie bisher im Programm haben, werden automatisch aus ihrem Angebot entfernt, falls die Händler keine schriftliche Autorisierung der Hersteller vorweisen können. War zunächst nur der japanische Sportartikelproduzent Asics betroffen, berichten Händler nun von immer mehr Marken, die offenbar entsprechende Vereinbarungen mit Amazon getroffen haben.

Verwirrung bei Amazon-Händlern

Offiziell angekündigt hatte Amazon die Vertriebsbeschränkungen nicht. Auch auf die Frage, ob möglicherweise mit weiteren Marken über eine Autorisierungspflicht von Verkäufern verhandelt wird, gibt es keine Antwort. Händler müssen sich nun kurzfristig bei den Herstellern über die Bedingungen für eine Lizenz informieren und dabei mit weiteren unliebsamen Überraschungen rechnen.

So berichten einzelne Verkäufer, dass Asics gleichzeitig seine AGBs dahin gehend geändert habe, dass Internet-Händler nur spezielle Online-Produkte vertreiben sollten. Andererseits dürfe ein niedergelassener Händler saisonale Ware aus seinem Ladengeschäft nicht mehr im Internet anbieten. Asics selbst betont auf Nachfrage, weder Online- noch niedergelassene Händler würden benachteiligt. Die Verwirrung bei Amazon-Händlern ist groß.

Verbraucherschutz durch das Bundeskartellamt?

Ob die Absprachen zwischen Markenherstellern und dem Online-Giganten nicht sowieso den Wettbewerb verzerren, wird möglicherweise bald das Bundeskartellamt klären. Das hatte bereits im vergangenen Jahr eine Verkaufsbeschränkung der Firma Asics gekippt. Damals wollte der Sportartikelhersteller generell den Handel mit seinen Produkten auf Ebay und Amazon verbieten. Auch diesmal könnten die Wettbewerbshüter einschreiten. Denn der Deal zwischen Markenherstellern und Amazon wird in der Praxis voraussichtlich zu einer Verknappung des Angebots führen. Leidtragende wären neben den Verkäufern vor allem die Kunden, die letztlich einen höheren Preis zahlen müssten.

Fazit:

Heimlich, still und leise hat Amazon in den vergangenen Wochen massive Vertriebsbeschränkungen erlassen. Händler müssen entweder Umsatzeinbußen hinnehmen, oder sich den Bedingungen der Markenhersteller beugen. Sollte das Kartellamt den Absprachen keinen Riegel vorschieben, hätte Amazon seine Machtposition ein weiteres Mal ausgebaut.

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