Online-Handel: Welche Informationen muss der Händler nach der Bestellung übermitteln?

(7 Bewertungen, 5.00 von 5)

Online-Händler treffen zahlreiche Pflichten, zu denen auch die Informationspflichten gehören. Bestimmte Informationen müssen dem Kunden bereits vor der Bestellung gegeben werden. Einige Informationen muss der Händler jedoch auch nach der Bestellung übermitteln. Aber welche sind das genau?

Anzeige

Bestätigung der Bestellung

Gesetzlich ist in § 312 i Absatz 1 Nr. 3 BGB geregelt, dass jeder Online-Händler seinen Kunden die Bestellung unverzüglich elektronisch bestätigen muss. Diese Pflicht kann der Händler zum Beispiel durch eine Bestellbestätigungs-E-Mail erfüllen. Wichtig ist für Händler, dass § 312 i BGB nicht zwischen Verbrauchern und Unternehmern als Kunden unterscheidet. Die Bestätigung ist deswegen auch Pflicht, wenn Unternehmer etwas bestellen (sogenannter B2B-Handel).

Gegenüber Verbrauchern ergeben sich noch weitere Pflichten: 

Nach § 312 f Absatz 2 BGB muss der Händler dem Verbraucher eine Vertragsbestätigung zusenden. In dieser Bestätigung muss der Vertragsinhalt wiedergegeben werden. Die Bestätigung muss spätestens bei der Lieferung der Ware erfolgen.

Wenn ein Vertrag über eine Dienstleistung geschlossen wird, muss die Bestätigung spätestens gegeben werden bevor mit der Ausführung der Dienstleistung begonnen wird. Händler müssen hierzu beachten, dass die Vertragsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger erfolgen muss. Hierzu kann zum Beispiel eine E-Mail, ein Fax oder ein Brief verwendet werden.

Kostenlose Checkliste für Onlineshop-Betreiber - Jetzt herunterladen!

Wie Sie in 5 einfachen Schritten Ihren Online-Shop abmahnsicher gestalten

  • Sie betreiben einen Online-Shop und sind das Abmahnrisiko leid?
  • Sie wollen sich auf den Verkauf konzentrieren?
  • Eine anwaltliche Prüfung ist Ihnen zu teuer?

Internetprofi & Rechtsanwalt Sören Siebert erklärt Ihnen in der Checkliste wie Sie Ihren Shop auch ohne Anwalt abmahnsicher machen und damit sogar Ihre Umsätze steigern.

Die Vertragsbestätigung kann auch mit der Bestell-Bestätigung verbunden werden. So können beide Pflichten miteinander verbunden werden.

Inhalt der Vertragsbestätigung

Inhaltlich muss die Vertragsbestätigung die Inhalte des Art. 246 a EGBGB haben. Danach muss die Vertragsbestätigung insbesondere die folgenden Angaben enthalten:

•    die AGB des Händlers, da diese Vertragsinhalt werden
•    Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufs-Formular
•    die wesentlichen Eigenschaften der Ware/Dienstleistung
•    Identität des Verkäufers, beispielsweise den Handelsnamen sowie die Niederlassungsanschrift, Telefonnummer, Telefaxnummer (wenn vorhanden) und E-Mail
•    den Gesamtpreis der Waren/Dienstleistungen (mit allen Steuern, Abgaben, Fracht-, Liefer- und Versandkosten und weiteren Zusatzkosten)
•    bei unbefristeten Verträgen oder Abo-Verträgen den Gesamtpreis (dieser umfasst die pro Abrechnungszeitraum anfallenden Gesamtkosten und monatliche Gesamtkosten, wenn diese als Festbeträge in Rechnung gestellt werden)
•    Zahlungs-, Liefer- und Leistungsbedingungen sowie den Termin, bis zu dem geliefert werden muss bzw. die Leistung erbracht werden muss
•    das Bestehen gesetzlicher Mängelhaftungsrechte (Gewährleistung)
•     (sofern vorhanden) das Bestehen und die Bedingungen von Kundendienst und Garantien
•    ggf. die Laufzeit des Vertrags und Kündigungsbedingungen
•    ggf. die Funktionsweise digitaler Inhalte
•    ggf. Beschränkungen der Interoperabilität und der Kompatibilität digitaler Inhalte mit Hard- und Software

Eingangsbestätigung der Bestellung oder Bestätigung des Vertragsschlusses?

Nachdem der Kunde etwas bestellt hat muss der Händler die Bestellung einerseits und andererseits auch den Vertragsschluss bestätigen. Die Bestätigung des Eingangs der Bestellung und Vertragsschluss sind im Regelfall nicht das Gleiche.Viele Händler behalten sich in ihren AGB nämlich vor, die Bestellung noch separat anzunehmen.

Die Bestellbestätigung kann zur Vereinfachung mit der Vertragsbestätigung zusammengefasst werden, wenn der Händler keien Verfügbarkeitsprüfung vornehmen muss. Hierfür muss der Händler die zusätzlichen Informationen in der Bestellbestätigung mitteilen.

Fazit:

Händler sollten darauf achten, alle Informationspflichten zu erfüllen. Fehlerhafte Kundeninformationen können abgemahnt werden.

Wichtig ist deshalb, dass die AGB, Bestellprozesse und Bestätigungsmails aufeinander abgestimmt und im Zweifel anwaltlich geprüft sind. 

www.kanzlei-siebert.de

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Urteil: Parship darf keine hohe Rechnung bei Widerruf stellen Das LG Hamburg hat bei einem Prozess entschieden, dass die Partnervermittlung „Parship“ bei einem Widerruf nicht die fast vollständigen Vertragskosten in Rech...
Weiterlesen...
Vorsicht Abmahnung - Bezeichnung eines Blogs mit Namen eines Unternehmens ist rechtswidrig Wer den Namen einer Firma oder eines Unternehmens zusammen mit der Endung ...blog.de in einer Domain verwendet, verstößt gegen Schutzrechte. Dies hat in einem a...
Weiterlesen...
Rechtssicheres E-Mail Marketing: 9 Tipps, die Sie beim Erstellen und Versenden von Newslettern beachten sollten Ein Newsletter ist auch in Zeiten von Facebook und Video-Werbung das erfolgreichste Werbemittel im Internet. Allerdings gibt es hier zahlreiche rechtliche Falls...
Weiterlesen...
Das Copyright der Gulaschsuppe: Bildrechte bei Facebook & Co. Die Diskussion um das Teilen von Essensfotos auf Facebook hat gezeigt, dass es bei Fotos, Bildrechten & Co. in sozialen Netzwerken zahllose Missverständniss...
Weiterlesen...
Satirische Werbung von Lucky Strike mit Dieter Bohlen erlaubt Der Zigarettenhersteller Lucky Strike verwendet in Werbekampagnen gerne Anspielungen auf aktuelle Geschehnisse und Personen die im Lichte der Öffentlichkeit ste...
 
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support