Flugbuchungen online: Dürfen die Flughafengebühren versteckt werden?

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Flugreisen buchen heute viele Kunden online. Die Preisangaben in den Onlineportalen sind aber häufig alles andere als übersichtlich. Zusätzliche Kosten wie die Flughafengebühren werden meist nur versteckt angezeigt. Wie klar die Preise angegeben werden müssen hat nun das LG Berlin entschieden.

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Ticketseite gab Preise mit „Steuern und Gebühren“ an

Ausgangspunkt des Falles war die Webseite flighttix.de, über die Kunden Flüge online buchen konnten. Eine Kundin buchte dort einen Flug von München nach Barcelona. Der Gesamtpreis für die Flüge betrug 167,23 Euro. Die Ticketseite schlüsselte die Preise auf und gab als Bestandteile 26 Euro als reinen Ticketpreis und 141,23 Euro für „Steuern und Gebühren“ an.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hielt diese Preisangabe für nicht ausreichend. Der vzbv verklagte deswegen flighttix.de auf Unterlassung.

Flughafengebühren müssen separat angegeben werden

Das Landgericht Berlin entschied mit seinem Urteil vom 26.06.2015 (Az. 15 O 367/14) zugunsten des Verbraucherverbandes. Der Richter am Landgericht argumentierte, dass die Flughafengebühr separat ausgewiesen werden muss. Die kombinierte Angabe der Steuern mit den Gebühren war nicht ausreichend.

Die gesonderte Angabe der Gebühren ist deswegen wichtig, weil der Kunde bei Nichtantritt des Fluges diese Gebühren nicht bezahlen muss. Die Flughafengebühren können in dann  als sogenannte ersparte Aufwendungen zurück verlangt werden. Der Richter machte auch deutlich, dass sich Buchungsportale nicht damit rechtfertigen können, dass ihnen die genauen Gebühren vorher nicht bekannt sind. Luftfrachtführer müssen nämlich Angaben zu den „unvermeidbaren“ Gebühren machen.

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Es ist Buchungsportalen daher zumutbar, die entsprechenden Gebühren bei den Luftfrachtführern zu erfragen. Außerdem könnten die Buchungsportale auch von bestimmten Angeboten absehen, bis die Gebührenhöhe geklärt ist. flighttix.de darf deswegen die Flugpreise nicht mehr mit kombinierten „Steuern und Gebühren“ angeben.

Fazit:

Flugbuchungsportale sollten ihre Preisangaben so übersichtlich wie möglich gestalten. In der Vergangenheit gab es schon mehrfach Urteile, die dies immer wieder betonen. In diesem Fall konnte sich das Buchungsportal auch nicht damit rechtfertigen, dass die exakten Flughafengebühren manchmal nicht vorab bekannt sind.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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