Durchgestrichene Preise: Wann dürfen Händler mit Preisvorteilen werben?

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Durchgestrichene Preise sind in der Werbung sehr beliebt. Sie verdeutlichen für die Kunden einen bestimmten Preisvorteil. Eine aktuelle Entscheidung des Landgerichts Bochum zeigt, was Händler bei der Werbestrategie falsch machen können.

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Händler wirbt mit durchgestrichener unverbindlichen Preisempfehlung

Ein Händler warb für eine iPhone-Schutzhülle. In dem Angebot gab er einen Preis von 29,99 Euro an, der durchgestrichen war. Daneben befand sich ein günstigerer Preis von 7,99 Euro. In einem Sternchen-Hinweis wies der Händler darauf hin, dass der durchgestrichene Preis die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) sei.

Der Hersteller der Schutzhülle hatte aber nie eine Preisempfehlung abgegeben. Auch andere Verkäufer verkauften die Hülle nicht zu dem durchgestrichenen Preis. Zudem verwendete der Händler in dem Angebot eine rückwärtslaufende Uhr. Sie zeigte an, dass der günstigere Preis „nur noch“ für einige Stunden verfügbar sei. Nach Ablauf der Angebotszeit stellte sich die Uhr zurück und begann wieder für 96 Stunden rückwärts zu laufen. Ein Konkurrent hielt die Werbung für unzulässig und klagte. Das Landgericht Bochum hat den Fall jetzt entschieden.

Werbung mit UVP nur zulässig, wenn der Hersteller Preisempfehlung abgegeben hat

Das Landgericht Bochum (Urteil vom 10. September 2015, Az.: 14 O 55/15) untersagte dem Händler die Werbung mit dem durchgestrichenen Preis. Der Hersteller der Schutzhülle hatte keine Preisempfehlung abgegeben. Hinzu kam, dass auch kein anderer Verkäufer für die Schutzhülle knapp 30 Euro forderte. Der Händler täuscht die Kunden mit dem durchgestrichenen Preis und dem darunter befindlichen günstigeren Preis. Die Werbung erzeugt bei Ihnen den Eindruck, dass es sich um eine Kostenersparnis handelt. Diese besteht in Wirklichkeit aber nicht.

Auch die rückwärtslaufende Uhr beanstandete das Gericht. Sie täuscht die Kunden darüber, dass die angebliche Ersparnis nur für eine bestimmte Zeit verfügbar sei. Da das „Sparangebot“ aber auch nach Ablauf der 96 Stunden verfügbar war, bestand kein Zeitdruck für die Kunden. Durch die Uhr werden sie aber zu einer schnelleren Kaufentscheidung angeregt.

Fazit:

Die Werbung mit Preisvorteilen gegenüber einer unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers ist nur dann erlaubt, wenn der Hersteller auch wirklich eine Preisempfehlung abgegeben hat.

 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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