Versandkosten auf Anfrage: Ein No-Go in Online-Shops?

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Bei einer Bestellung in Online-Shops möchten Kunden über die Versandkosten vorab informiert werden. Leider erfüllen nicht alle Händler diesen Wunsch. Das Kammergericht Berlin hat nun entschieden, dass Unternehmen auch über Auslandsversandkosten informieren müssen.

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„Versand Europa / Welt auf Anfrage“

Eine Händlerin warb auf eBay mit einem nahezu weltweiten Versand ihrer Produkte. Sie informierte auch über die innerdeutschen Versandkosten. Bestellte ein Kunde aber aus dem Ausland, musste er einige Mühen auf sich nehmen, um die Versandkosten in Erfahrung zu bringen. Über die Auslandsversandkosten machte die Verkäuferin keine Angaben, sondern teilte diese nur auf Anfrage der Kunden mit. Die Händlerin wurde wegen eines Wettbewerbsverstoßes verklagt. Das Kammergericht Berlin hat eine Entscheidung getroffen.

Händler müssen grundsätzlich auch über Auslandsversandkosten informieren

Die Richter des Kammergerichts Berlin (Beschluss vom 2. Oktober 2015, Az.: 5 W 196/15) untersagt der Verkäuferin die Geschäftspraktik. Sie muss die Kunden auch über die Versandkosten vorab informieren, die für einen Versand in das Ausland anfallen. Händler müssen nur dann nicht die konkreten Lieferkosten aufschlüsseln, wenn sie diese nicht „vernünftigerweise“ im Voraus berechnen können. Aber auch in diesem Fall müssen sie darüber informieren, dass zusätzliche Kosten anfallen können.

Zumindest für den Bereich der Europäischen Union entschied das Gericht, dass die Händlerin die Versandkosten ohne größeren Aufwand errechnen konnte. Die wirtschaftlichen Bedingungen in diesem Gebiet sind sehr ähnlich und auch der Warenaustausch zwischen den Ländern ist frei möglich.

Fazit:

Das Kammergericht liegt mit der Entscheidung auf einer Linie mit dem Oberlandesgericht Düsseldorf, welches einen ähnlichen Fall im letzten Jahr entschieden hat (Urteil vom 14. Oktober 2014, Az.: I-15 U 103/14). Händler müssen ihre Kunden in der Regel über die anfallenden Versandkosten informieren. Dieser Grundsatz gilt uneingeschränkt für die anfallenden Lieferkosten in Deutschland und der Europäischen Union. Inwieweit Händler auch Angaben über Versandkosten für andere Länder machen muss, hat das Kammergericht offengelassen. Auch hier gilt, dass Händler die Versandkosten angeben müssen, sofern sie diese im Vorhinein in zumutbarer Weise berechnen können. Wann dies der Fall ist, kann aber nur im Einzelfall beurteilt werden.

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