Werbung: Facebook-Cookies verfolgen jetzt auch Nicht- Mitglieder

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Seit letzter Woche wird beim Öffnen von Facebook ein neuer Cookie-Hinweis angezeigt. Hintergrund: Mit Hilfe der Cookies wird das Nutzerverhalten registriert und analysiert. Das gilt nun nicht mehr nur für eingeloggte Mitglieder, sondern für jeden Besucher einer Facebook-Seite. Das Unternehmen kann dadurch den Werbetreibenden eine wesentlich höhere Reichweite für personalisierte, also auf den Nutzer abgestimmte Werbung anbieten. Mit etwas Aufwand kann die Weitergabe der eigenen Daten aber zumindest teilweise verhindert werden.

Facebook: Vorteile für Wirtschaft und Verbraucher

Wer bei Facebook mitmacht, ist selbst schuld, wenn die eigenen Daten an Werbetreibende weitergegeben werden, so die landläufige Meinung. Doch jetzt geht das kalifornische Unternehmen noch einen Schritt weiter: Es installiert Cookies in den Browsern jedes Internet-Users, der eine private oder öffentliche Facebook-Seite anklickt, ob nun mit Absicht, oder aus Versehen.

Was dann passiert, ist bekannt: Die winzig kleine Datei sendet permanent Informationen an Facebook zurück über alle Internet-Seiten, die mit diesem Browser von nun an besucht werden. Nutzer merken das daran, dass Produkte oder Themenbereiche, die sie kürzlich im Internet gesucht haben, von nun an ständig in Form von Werbeanzeigen auf anderen Seiten auftauchen. Mark Zuckerberg und sein Konzern verkaufen diese Praxis als Verbesserung für alle Beteiligten: Anstatt ungeeignete Zielgruppen mit ihrer Werbung zu nerven, würden nun geeignete Interessenten und Anbieter zusammengeführt.

Ansteigen der Werbeerlöse für Facebook zu erwarten

Was Facebook nicht sagt: Am meisten profitiert der Konzern selbst von der neuen Cookies- Politik. Denn seine Werbekunden zahlen nun nicht mehr nur für die 1,6 Milliarden registrierten Nutzer, sondern für eine wesentlich höhere Zahl von erreichten Internet-Usern. Auf lange Sicht könnte sich das Unternehmen damit zu einer ernsthaften Konkurrenz für den Online-Riesen Google entwickeln, dessen Erlöse aus dem Verkauf von Anzeigen im Netz momentan allerdings noch rund das Vierfache betragen.

Die Kritik von Verbraucherschützern, die in dem Sammeln und Auswerten der Nutzerdaten eine Verletzung der Privatsphäre sehen, beunruhigt Zuckerberg und Konsorten nicht: Man habe ihre Einwände bei der Änderung der Cookie-Einstellungen berücksichtigt, heißt es lapidar. Dazu gehört zum Beispiel, dass Facebook in einem Blogeintrag ausdrücklich darauf hinweist, wie und wo jeder Nutzer – ob Facebook-Mitglied oder nicht – das Sammeln eigener Daten und das Verknüpfen mit personalisierter Werbung blockieren kann.

Fazit:

Der Social-Media-Konzern Facebook sammelt nun nicht mehr nur noch Informationen über das Nutzerverhalten eigener Mitglieder. Vielmehr wird bei jedem Anklicken einer Facebook- Seite – ob absichtlich oder auch versehentlich – ein Cookie im Internet-Browser gesetzt, das den Konzern dann über die weiteren aufgerufenen Seiten informiert. Die unternehmerische Macht des Zuckerberg-Konzerns wird damit gestärkt. Gleichzeitig weist Facebook aber in einem Blogeintrag deutlich darauf hin, mit welchen Browsereinstellungen sich die neue Maßnahme unterbinden lässt.

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Kommentare  
Thomas
0 # Thomas 30.05.2016, 14:22 Uhr
Nun ja: "Die winzig kleine Datei sendet permanent Informationen an Facebook zurück über alle Internet-Seiten, die mit diesem Browser von nun an besucht werden." stimmt so nicht ganz: alle modernen Webbrowser haben einen Sicherheits-Mechanismus, der es verbietet, Cookies von fremden Domains auszulesen. Facebook kann also nur solche Besuche von Seiten tracken, die in irgend einer Form eines der Facebook-Plugins eingebunden haben. Wenn man eine Website besucht, die keinerlei Code von Facebook eingebunden hat, kann Facebook diesen Besuch trotz des Cookies auch für Nicht-Facebook-Mitglieder nicht tracken.
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Mark Noormann
0 # Mark Noormann 31.05.2016, 21:09 Uhr
Immer diese Falschen Mythen über das Cookies. Es sendet garnix. Es kann auch nicht domainübergreifend ausgelesen werden. Also nur die Facebook kann die Facebook Cookies lesen. Wie Thomas schon schrieb solange die Seite keine social Plugins von Facebook benutzt kann Facebook auch nicht erfahren wo man surft. Ein Cookie speichert nur eine Variable ab mehr nicht. Ein Cookie ist nix böses. Es kommt drauf an was man daraus macht.
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Johny Varsami
0 # Johny Varsami 08.06.2016, 12:34 Uhr
Hm, wie kommt es dann, dass Facebook meine eigenen bei ebay angebotenen Artikel als Werbung einblendet?
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