US-Professorin warnt: Facebook-App kann Nutzer abhören

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Ein Bericht aus dem US-Fernsehen hat die Diskussion über das Eindringen der Sozialen Medien in die Privatsphäre der Nutzer neu angefacht. Die Dozentin einer amerikanischen Universität warnt darin eindringlich vor der Nutzung der Facebook-App. Denn die ist in der Lage, Gespräche und Geräusche in der näheren Umgebung abzuhören und an Facebook weiter zu geben.

Facebook: „Abhören nur zum Teilen von Musik und TV“

Auch das Ausfiltern von Interessen und Lieblingsthemen der Nutzer wäre theoretisch möglich – zum Beispiel, um dann passgenau nur solche Informationen und Werbeanzeigen zuzusenden, für die der Adressat empfänglich ist. Verbraucher können das allerdings verhindern, indem sie ihre Smartphone-Einstellungen entsprechend ändern.

Eben noch spricht Professorin Kelli Burns über eine Afrika-Safari, und schon 60 Sekunden später wird ihr ein Angebot für eine solche Reise in ihrer Facebook-Timeline angezeigt. Das Ergebnis dieses beeindruckenden Versuchs für den Fernsehkanal NBC4 könnte natürlich Zufall sein. Die Professorin für Social Media an der University of South Florida weist aber darauf hin, dass die Facebook-App für Smartphone und Tablet in ihrer Grundeinstellung jederzeit Zugriff auf das Mikrofon der Geräte hat.

Eine Analyse der gesprochenen Worte würde eine effizientere Zuordnung von Werbung ermöglichen und läge somit sicher im Interesse der Anzeigenkunden. Auch macht der Konzern kein Geheimnis daraus, dass – zumindest in den USA – die Geräusche der Umgebung abgehört und ausgewertet werden. Allerdings geschehe dies nur beim Schreiben einer Statusmeldung, und es diene lediglich dem Erkennen von Musik oder Fernsehsendungen, so Facebook. Die könnten auf diese Weise mit den eigenen Followern geteilt werden. Die Funktion könne aber jeder Nutzer deaktivieren.

Facebook: Genügend andere Analysemöglichkeiten vorhanden

Im Übrigen hat Facebook es nach eigenen Angaben gar nicht nötig, seine User abzuhören: Man verfüge schließlich über genügend andere Mittel, um deren Interessen herauszufinden und ihr Newsfeed entsprechend zu optimieren. Die scheint auch Professorin Kelli Burns zu kennen: Auf Nachfrage schloss sie nämlich nicht aus, schon häufiger vor der TV- Aufzeichnung nach Safari-Veranstaltern in Afrika gegoogelt zu haben. Für das Auftauchen entsprechender Werbung auf Facebook könne also auch ihr Suchverhalten im Internet verantwortlich sein.

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Schluss mit dem Lauschangriff:

So geht‘s Dass das Belauschen durch die Facebook-App technisch möglich ist, daran besteht aber kein Zweifel. Und wer bei dieser Vorstellung ein ungutes Gefühl hat, kann jederzeit den Zugriff auf das Mikrofon unterbinden:

Bei Smartphones oder Tablets mit Android funktioniert das über Geräte-Einstellungen > Apps > Facebook > Berechtigungen > Mikrofon.

Bei iOS über Einstellungen > Facebook > Mikrofon.

Und wenn man schon dabei ist, empfiehlt es sich, auch einen Blick in die Berechtigungen für andere Apps zu werfen. Die meisten Nutzer werden überrascht sein, auf welche Bereiche der eigenen Privatsphäre auch andere Anwendungsprogramme Zugriff haben.

Fazit:

Eine Professorin aus Florida behauptet zunächst, dass die Facebook-App Gespräche ihrer Nutzer abhöre und aufgrund der Inhalte Werbung und Newsfeed zusammenstelle. Der Konzern gibt zwar zu, dass dies technisch machbar sei. In der Praxis allerdings habe man auch ohne das Mikrofon ausreichend Möglichkeiten, Werbung zielgruppengerecht auszuwählen. Dem stimmt auch die Uni-Dozentin nachträglich zu. Die Diskussion hat aber zumindest dazu beigetragen, bei einigen App-Benutzern die Sensibilität für das Ausspionieren ihrer privaten Daten zu erhöhen.

 

 

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