Facebook & Co: Kündigung wegen beleidigender Emojis

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Wer sich über Vorgesetzte und Arbeitskollegen auf Facebook oder Twitter lustig macht, sollte auf der Hut sein. Schnell ist ein solcher Kommentar geteilt oder weitergegeben. Dann nützt es auch nichts, wenn ehrverletzende Äußerungen in Form von Emojis daherkommen. Für das Arbeitsgericht Baden-Württemberg jedenfalls besteht kein Zweifel daran, dass sich hinter der Formulierung „das Fette ?“ eine Beleidigung verbirgt.

Schweine-Emoticon für den Vorgesetzten

Dass der Montagearbeiter aufgrund einer Verletzung an der Hand für mehrere Wochen arbeitsunfähig sein sollte, schien ihn und einige seiner Bekannten sehr zu amüsieren. In den Kommentaren auf dem Facebook-Profil eines Arbeitskollegen spekulierten insgesamt 21 Personen mit viel „Haha“ darüber, wie lange der Mann dank der Krankschreibung wohl dem Betrieb fern bleiben werde.

Dass sich der Satz „Das Fette ? dreht durch!!!“ auf die Reaktion des Vorgesetzten bezog, schien allen Beteiligten im weiteren Verlauf des Gesprächs klar zu sein. Zur Sicherheit wies der verletzte Arbeiter noch darauf hin, dass man auf Facebook „keine Namen“ nennen solle. Trotzdem hielt er wenige Tage später die fristlose Kündigung in der Hand.

Abmahnung wegen grober Beleidigung

Der Klage des Arbeiters vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg wurde nun in zweiter Instanz recht gegeben: Da der Mann seit 16 Jahren ohne Beanstandungen für das Unternehmen tätig war, sei eine Abmahnung ausreichend. Gleichwohl stellte das Gericht fest, dass die Titulierung mit dem „Pig Face“ durchaus als grobe Beleidigung zu werten sei.

Auch hatte man keinen Zweifel daran, dass mit dem fraglichen Emoji der Vorgesetzte gemeint war. Es sei zu beobachten, dass in den Sozialen Netzwerken mehr „vom Leder gezogen“ werde, als im persönlichen Gespräch, heißt es im Urteil. Dies sei aber nicht akzeptabel. Nachdem eine Revision nicht zugelassen wurde, kann der Mann also nach seiner vollständigen Genesung wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. Bei Äußerungen im Internet dürfte er künftig allerdings vorsichtiger sein.

Praxis-Tipp:

Steht ein Bild oder eine Äußerung erst einmal im World Wide Web, lässt sich der Kreis der Leser kaum noch kontrollieren. Die meisten Facebook-Profile sind so eingestellt, dass der Inhaber, dessen Freunde und auch deren Kontakte alle Kommentare lesen und unter Umständen weiter verbreiten können. Dass Beleidigungen in Wort, Bild und auch in Form von Emojis den Arbeitgeber erreichen, ist also nie auszuschließen.

Informationen, die man nur mit engen Freunden teilen möchte, haben daher in den Sozialen Medien nichts zu suchen.

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