WhatsApp gibt Telefonnummern an Facebook weiter: So können Sie widersprechen

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Zwei Jahre ist es her, dass Facebook den Messenger-Dienst WhatsApp für 19 Millionen US-Dollar gekauft hat. Ein Aufschrei ging damals durch die Internet-Gemeinde: Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk würde das beliebte Smartphone-Programm ebenfalls zu einer werbelastigen Datensammelmaschine umbauen. Nun hat WhatsApp erste Konsequenzen aus der Übernahme angekündigt: Persönliche Daten wie die Telefonnummer der User können künftig an Facebook weitergegeben werden.

Daten werden weiter gegeben, WhatsApp bleibt werbefrei

Das ist die gute Nachricht: Auch in Zukunft können über den Messenger-Dienst Texte und Bilder ohne die lästige Unterbrechung durch kommerzielle Anzeigen oder Banner verschickt werden.

Allerdings wird WhatsApp künftig die Mobilfunknummern seiner Accounts und Informationen über die Nutzungsgewohnheiten weitergeben. Daraus will Facebook auf Interessen und Vorlieben schließen, um so optimal passende Werbeanzeigen in den Nachrichtenfluss der Nutzer einzublenden. Und das sei ja schließlich auch im Sinne der Verbraucher, argumentiert man bei dem kalifornischen Unternehmen.

Rechtliche Untersuchung erwartet

Ausdrücklich weist WhatsApp in dem aktuellen Blogeintrag darauf hin, dass Inhalte der einzelnen Nachrichten unangetastet bleiben: Bilder und Texte seien durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt und könnten nur von Absender und Empfänger eingesehen werden. Auch die Profilfotos sowie weitere optionale Account- Informationen sollen vorerst nicht weitergegeben werden. Trotzdem haben Datenschützer den Austausch heftig kritisiert und juristische Schritte angekündigt. Individuelle Daten dürften nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Nutzer zwischen den einzelnen Diensten des Facebook-Konzerns weitergegeben werden.

Praxis-Tipps zum Widerspruch an Facebook:

Wer schon vor dem Inkrafttreten der neuen Regelung einen WhatsApp-Account besaß, kann der Weitergabe der Telefonnummer auf zwei Arten widersprechen:

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1. Öffnen Sie die neuen Datenschutz- und Nutzungsbedingungen, die Ihnen in den kommenden Tagen beim Öffnen der Anwendung angezeigt werden. Scrollen Sie im Text nach unten bis zu dem Auswahlkästchen.

Geben Sie an, dass Sie keine Informationen an Facebook übermitteln wollen und stimmen Sie dann der gesamten Vereinbarung zu.

2. Wer versehentlich die neuen AGBs automatisch und ungelesen akzeptiert hat, kann danach noch genau 30 Tage lang in den Einstellungen der App (Unterpunkt „Account“) wählen, ob Informationen an Facebook übermittelt werden dürfen („Account-Info teilen“).

Wenn Sie diesen Termin verpassen, gilt allerdings die Zustimmung.

 

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Kommentare  
Michael Braunwarth
+6 # Michael Braunwarth 27.08.2016, 16:23 Uhr
Die Daten werden nach Widerspruch nur nicht für "passende" Werbung benutzt. Weitergegeben werden sie auf jeden Fall - auch die sämtlicher Kontakte. Das wurde hier meiner Information nach nicht korrekt dargestellt. Und von einem renommierten RA (sonst stets überaus hilfreich) derart verharmlost, ist das brandgefährlich. Oder habe ich etwas falsch verstanden?
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Detlef S.
0 # Detlef S. 20.09.2016, 23:32 Uhr
Man bestätigt sogar das man berechtigt ist alle Telefonnummern seiner Kontakte zur Verfügung zu stellen. Wer W-App weiterverwendet muss also von jedem Telefonkontaktpartner eine schriftliche Genehmigung haben sonst verstößt er gegen den Datenschutz. Also W-App bye bye!
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T. Westermann
+2 # T. Westermann 31.08.2016, 18:39 Uhr
Hallo, blöder Kommentar: Der Kaufpreis betrug 19 Milliarden Dollar. Nicht Millionen. Viele Grüße
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