WhatsApp: Abmahnung wegen Weitergabe von Telefonnummern an Facebook

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Der Proteststurm der WhatsApp-Kunden gegen die Weitergabe ihrer Telefonnummern an Facebook war nicht zu überhören. Doch weder die Betreiber des Messenger-Dienstes selbst noch der Mutterkonzern Facebook schienen sich daran zu stören. Nun wurde WhatsApp von Verbraucherschützern abgemahnt. Wer WhatsApp treu bleiben will, hat noch bis zum Ende der Woche Zeit, der Weitergabe seiner Telefonnummer für Werbung zu widersprechen.

Abmahnung der Verbraucherzentralen wurde von Facebook ignoriert

Gerade noch hat es der Bundesverband der Verbraucherzentralen mit einer Abmahnung versucht: WhatsApp werbe mit Datenschutz und habe bei der Übernahme durch Facebook vor zwei Jahren auf seine Unabhängigkeit hingewiesen. Und nun das: Nicht nur die Mobilfunknummern der Benutzer werden an Facebook weiter gegeben, sondern auch die Kontakte aus deren digitalen Telefonbüchern. Auch WhatsApp-Verweigerer landen so mit ihren Daten beim Netzwerk von Mark Zuckerberg.

Doch die Frist für die Abmahnung lief aus, ohne dass man im kalifornischen Mountain View auch nur reagiert hätte. Den deutschen Verbraucherschützern bleibt nur der lange und mühsame Klageweg, an dessen Ende nicht unbedingt die Interessen der Nutzer gewinnen werden.

Widerspruch zur Weitergabe der Telefonnummer für Werbung nur noch bis zum Wochenende

Von rund einer Milliarde Nutzern der Smartphone-Anwendung weltweit haben nur wenige nach Änderung der Datenschutzrichtlinien den Anbieter gewechselt. Wer aufgrund zahlreicher Kontakte dem Messenger-Dienst treu bleiben will, kann aber bis zum 25. September noch widersprechen. Dazu muss der Menüpunkt „Account“ in den Einstellungen der App geöffnet werden. Hinter „Meine Account-Info teilen“ kann dann das Häkchen entfernt oder der Regler verschoben werden.

Problem: Kein Widerspruch verhindert die Datenweitergabe nicht

Nach dem Widerspruch der Nutzer werden dessen dann zwar trotzdem an Facebook weitergegeben. Diese werden dort aber zumindest nicht für die Auswahl von Werbung und Empfehlungen ausgewertet. Ab Anfang kommender Woche besteht keine Widerspruchsmöglichkeit mehr.

Praxis-Tipps:

1. Ob rechtliche Schritte gegen die nahezu grenzenlose Datenweitergabe bei Facebook erfolgreich sein werden, ist zweifelhaft.

2. Wer verhindern will, dass sämtliche im Handy gespeicherten Telefonnummern zu Werbezwecken von Facebook ausgewertet werden, muss schnell handeln:

  • Noch bis Sonntag, den 22. September können Sie in den Einstellungen der Smartphone-App angeben, dass Sie Ihre Daten nicht von Facebook auswerten lassen wollen.
  • Wer generell Zweifel am Datenschutz bei WhatsApp bekommen hat, findet auf dem Markt zahlreiche andere geeignete Messenger-Dienste. Gerade im Moment dürfte ein guter Zeitpunkt sein, um auch mit Freunden und Kollegen zusammen zu einem anderen Anbieter zu wechseln.
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