Datenweitergabe an Facebook: Verbraucherzentrale verklagt WhatsApp

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Nachdem Whatsapp der Forderung nach einer Unterlassungserklärung nicht nachgekommen ist, sieht man sich nun vor Gericht: Die Verbraucherschützer haben wegen widerrechtlichen Sammelns und Speicherns von Daten beim Landgericht Berlin Klage gegen das kalifornische Unternehmen eingereicht. Sie wollen verhindern, dass Informationen über WhatsApp-Nutzer und deren Telefonkontakte an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben werden.

Weitergabe der Daten und Telefonkontakten von WhatsApp

Eine Million Smartphone-Besitzer weltweit informierte WhatsApp im vergangenen Jahr über die neuen Bestimmungen. Demnach würden Informationen zum Nutzungsverhalten der Kunden künftig gesammelt und an Facebook weitergegeben. Hier sollten die Daten dazu dienen, Werbung und Freundschaftsvorschläge besser auf die jeweiligen Interessen abzustimmen. Ob man überhaupt einen Account bei dem sozialen Netzwerk besaß, spielte dabei keine Rolle.

Und was die Datenschützer am meisten aufbrachte: Auch Informationen über Kontakte aus dem digitalen Telefonbuch des Smartphones würden ausgewertet. Eine Zustimmung zu den neuen Regeln wurde automatisch vorausgesetzt – Kritikern blieb nur die Möglichkeit, die App vom Gerät zu löschen.

WhatsApp kann Facebook-Werbung verschicken

Dabei hatte der Zuckerberg-Konzern noch eineinhalb Jahre vorher bei der Übernahme des Messengers jede Form eines Datenaustauschs ausgeschlossen. Darauf wies auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen hin, als er das Unternehmen im vergangenen Herbst abmahnte. Doch die geforderte Unterlassungserklärung blieb WhatsApp schuldig. Immerhin setzte WhatsApp die Datenweitergabe für deutsche und andere europäische Nutzer bis auf Weiteres aus.

Am Landgericht Berlin soll nun geklärt werden, ob die Nutzungsbestimmungen überhaupt rechtmäßig sind. Nach Ansicht der Verbraucherschützer muss das Sammeln und Weitergeben von Informationen dauerhaft unterlassen werden; bereits gespeicherte Daten sind zu löschen.

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Darüber hinaus klagen sie gegen acht weitere Klauseln, die seit August in Kraft sind. Unter anderem geht es darum, dass WhatsApp seinen Nutzern ohne vorherige Einwilligung Werbung aus der Facebook-Unternehmensgruppe zusenden kann.

Fazit:

Die deutschen Verbraucherschützer scheuen sich nicht, notfalls den langen Weg durch verschiedene Instanzen zu gehen. Auch bei anderen Großunternehmen wie Google, Facebook oder Amazon hat man sich in der Vergangenheit für die Interessen der Kunden eingesetzt.

In diesem Fall sehen sich WhatsApp-Nutzer vor allem deshalb getäuscht, weil die Weitergabe ihrer Daten an Facebook genau das ist, was die beiden Unternehmen noch vor Kurzem medienwirksam ausgeschlossen hatten.

 

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