Datenweitergabe an Facebook: Verbraucherzentrale verklagt WhatsApp

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Nachdem Whatsapp der Forderung nach einer Unterlassungserklärung nicht nachgekommen ist, sieht man sich nun vor Gericht: Die Verbraucherschützer haben wegen widerrechtlichen Sammelns und Speicherns von Daten beim Landgericht Berlin Klage gegen das kalifornische Unternehmen eingereicht. Sie wollen verhindern, dass Informationen über WhatsApp-Nutzer und deren Telefonkontakte an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben werden.

Weitergabe der Daten und Telefonkontakten von WhatsApp

Eine Million Smartphone-Besitzer weltweit informierte WhatsApp im vergangenen Jahr über die neuen Bestimmungen. Demnach würden Informationen zum Nutzungsverhalten der Kunden künftig gesammelt und an Facebook weitergegeben. Hier sollten die Daten dazu dienen, Werbung und Freundschaftsvorschläge besser auf die jeweiligen Interessen abzustimmen. Ob man überhaupt einen Account bei dem sozialen Netzwerk besaß, spielte dabei keine Rolle.

Und was die Datenschützer am meisten aufbrachte: Auch Informationen über Kontakte aus dem digitalen Telefonbuch des Smartphones würden ausgewertet. Eine Zustimmung zu den neuen Regeln wurde automatisch vorausgesetzt – Kritikern blieb nur die Möglichkeit, die App vom Gerät zu löschen.

WhatsApp kann Facebook-Werbung verschicken

Dabei hatte der Zuckerberg-Konzern noch eineinhalb Jahre vorher bei der Übernahme des Messengers jede Form eines Datenaustauschs ausgeschlossen. Darauf wies auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen hin, als er das Unternehmen im vergangenen Herbst abmahnte. Doch die geforderte Unterlassungserklärung blieb WhatsApp schuldig. Immerhin setzte WhatsApp die Datenweitergabe für deutsche und andere europäische Nutzer bis auf Weiteres aus.

Am Landgericht Berlin soll nun geklärt werden, ob die Nutzungsbestimmungen überhaupt rechtmäßig sind. Nach Ansicht der Verbraucherschützer muss das Sammeln und Weitergeben von Informationen dauerhaft unterlassen werden; bereits gespeicherte Daten sind zu löschen.

Anzeige

Darüber hinaus klagen sie gegen acht weitere Klauseln, die seit August in Kraft sind. Unter anderem geht es darum, dass WhatsApp seinen Nutzern ohne vorherige Einwilligung Werbung aus der Facebook-Unternehmensgruppe zusenden kann.

Fazit:

Die deutschen Verbraucherschützer scheuen sich nicht, notfalls den langen Weg durch verschiedene Instanzen zu gehen. Auch bei anderen Großunternehmen wie Google, Facebook oder Amazon hat man sich in der Vergangenheit für die Interessen der Kunden eingesetzt.

In diesem Fall sehen sich WhatsApp-Nutzer vor allem deshalb getäuscht, weil die Weitergabe ihrer Daten an Facebook genau das ist, was die beiden Unternehmen noch vor Kurzem medienwirksam ausgeschlossen hatten.

 

Praxis-Tipp
Für mehr Informationen nehmen Sie einfach an unserem kostenlosen Webinar "Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten" teil:

Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Bundeskartellamt ermittelt: Missbraucht Facebook seine Marktmacht? Die Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks stehen permanent in der Kritik von Verbraucherschützern. Doch wer ihnen nicht zustimmt, kann keinen Account eröff...
Weiterlesen...
Bei Nummer 9 mussten wir weinen: Facebook sagt clickbaits den Kampf an „...es wird Sie schockieren, mit welchem Trick das Unternehmen zu diesem Zweck arbeitet!“ So oder so ähnlich lauten die Überschriften, mit denen Seiten und Anbi...
Weiterlesen...
Facebook: Neue Nutzungsbedingungen ab 1. Januar 2015 Facebook möchte künftig auch das Verhalten seiner Nutzer außerhalb der eigenen Plattform aufzeichnen. Dafür werden ab dem 1. Januar die Nutzungsbedingungen und ...
Weiterlesen...
Facebook: Hamburgischer Datenschutzbeauftragter hält „Klarnamen-Pflicht“ für rechtswidrig  Immer wieder steht das soziale Netzwerk „Facebook“ wegen diverser Datenschutzverstöße in der öffentlichen Kritik. Nun geht auch der Hamburgische Datensc...
Weiterlesen...
Datenschutz und Namenspflicht: Darf Facebook die Konten von Nutzern ohne „Klarnamen“ sperren? Soziale Netzwerke fragen von ihren Nutzern eine Reihe wesentlicher Daten ab. Facebook verlangt darunter auch die Angabe des vollständigen echten Namens bei de...
 
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support