WhatsApp-Übernahme: Facebook muss Bußgeld von 110 Millionen Euro zahlen

(3 Bewertungen, 5.00 von 5)

Seit ein paar Jahren gehört WhatsApp nun schon zu Facebook. Die Europäische Kommission hatte mit dem Unternehmen aber noch ein Hühnchen zu rupfen. Die Kommission warf dem sozialen Netzwerk vor, bei der Übernahme von WhatsApp falsche Informationen über die Datennutzung gegeben zu haben.

Facebook macht falsche Angaben zum Datenabgleich zwischen Facebook- und WhatsApp Benutzerkonten

Im Jahr 2014 meldete das soziale Netzwerk die Übernahme des beliebten Messenger-Dienstes WhatsApp bei der Europäischen Kommission an. Die Anmeldung war nötig, da das die sogenannte „Fusionskontrollverordnung“ der EU vorschreibt. Die Verordnung bestimmt auch, dass die beteiligten Unternehmen wahre und nicht irreführende Angaben machen müssen. Doch genau das war das Problem.

Bei der Anmeldung behauptete Facebook, dass es nicht möglich sei, einen zuverlässigen automatischen Abgleich zwischen den Benutzerkonten von Facebook und WhatsApp vorzunehmen. Im August 2016 kündigte WhatsApp dann aber plötzlich im Rahmen eine Änderung der Nutzungsbedingungen an, nun doch Telefonnummern der WhatsApp-Nutzer mit Facebook-Profilen zu verknüpfen.

Die EU-Kommission warf Facebook vor, bei der Anmeldung der Übernahme von WhatsApp getäuscht zu haben. Die Kommission ging davon aus, dass die technische Möglichkeit zum Datenabgleich schon 2014 bestand und dies den Facebook-Mitarbeitern auch bewusst war.

EU-Kommission verhängt Bußgeld in Höhe von 100 Millionen Euro

Die Europäische Kommission hat deswegen nun gegen Facebook ein Bußgeld in Höhe von 110 Millionen Euro verhängt. Dabei hätte es für Facebook sogar noch schlimmer kommen können. Denn: Die Kommission darf bei vorsätzlichen und fahrlässigen Falschangaben sogar Bußgelder von bis zu 1% des Gesamtumsatzes eines Unternehmens verhängen. Facebook hat im letzten Jahr 24,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, sodass auch eine Strafe in Höhe von 247 Millionen Euro drin gewesen wäre.

Auch, wenn die Kommission diesen Höchstbetrag zwar nicht ausgeschöpft hat, wollte sie ein klares Zeichen setzen. Hierzu äußerte sich die EU-Kommissarin Margrethe Vestager wie folgt:

„Der heutige Beschluss ist eine deutliche Botschaft an Unternehmen, dass sie die EU-Fusionskontrollvorschriften einhalten müssen, darunter auch die Verpflichtung, sachlich richtige Angaben zu machen. Aus diesem Grunde sieht er eine angemessene und abschreckende Geldbuße gegen Facebook vor. Die Kommission muss sich beim Erlass ihrer Beschlüsse über die Auswirkungen von Zusammenschlüssen auf den Wettbewerb auf umfassende und präzise Informationen stützen können.“

Fazit:

Auch, wenn Facebook wohl bei der Anmeldung der Übernahme von WhatsApp gelogen hat, bleibt die im Oktober 2014 erteilte Genehmigung der WhatsApp-Übernahme wirksam. Facebook hat bereits erklärt, das Bußgeld zu akzeptieren. Dennoch bleibt der Zusammenschluss von Facebook und WhatsApp vielen Verbraucher- und Datenschützern ein Dorn im Auge.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Facebook: Fakeprofile werden gelöscht Facebook hat nun mit der angekündigten Aktion zur Löschung von Face-Profilen begonnen. Die Auswirkungen spüren Unternehmensseiten, Promis und Spieleseiten mit...
Weiterlesen...
Facebook: Wie muss das Impressum auf der Facebook-Seite eingebunden werden? Die Frage, wer bei Facebook ein Impressum führen muss und wie dieses bei dem sozialen Netzwerk einzubinden ist, beschäftigt die Gerichte bereits seit einigen Ja...
Weiterlesen...
Facebook: Neue Abmahnwelle wegen fehlendem Impressum? Bereits mehrfach berichteten wir von den Abmahnungen der ehemalige Binary Services (nun: Revolutive Systems) im Zusammenhang mit angeblichen Impressumverstößen ...
Weiterlesen...
Facebook: Profil der Stadt München mit 400.000 Fans abgeschaltet Letzten Freitag wurde ohne Vorwarnung die Facebook-Fanseite der Stadt München mit über 400.000 Fans abgeschaltet. Zunächst schoben die Facebookbetreiber techn...
Weiterlesen...
Facebook: Soziales Netzwerk muss 10 Millionen Dollar Strafe für Werbung mit Mitgliedern zahlen In einem Rechtsstreit zwischen fünf Facebook-Nutzern und Facebook kam es nun zur Beilegung. Es ging um den Missbrauch von Nutzerdaten, im Einzelnen um die Ver...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support