Schutz vor Rachepornos: Facebook sammelt Nacktfotos

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Mit einer ungewöhnlichen Aktion will das soziale Medium in Australien die illegale Veröffentlichung intimer Aufnahmen anderer verhindern. Um sich zu schützen, können potenzielle Opfer genau das tun, was sie am meisten fürchten: Sie geben Facebook ihre Nacktbilder. Die Fotos werden in eine Zeichenkombination umgewandelt und so gespeichert. Sollten die Bilder dann ein weiteres Mal auf dem Server auftauchen, können sie per Computer schnell identifiziert und gesperrt werden.

Australien – das Land mit der höchsten Opferrate

Nehmen wir einfach mal hypothetisch an, Sie hätten vor einiger Zeit Fotos von sich selbst in äußerst spärlicher Bekleidung aufgenommen. Nur zum privaten Gebrauch versteht sich, vielleicht um Partner oder Partnerin damit eine Freude zu bereiten. Nehmen wir weiter an, dass Sie diese Fotos an einen oder mehrere Menschen weitergegeben haben, zu denen Sie inzwischen leider ein angespanntes, vielleicht sogar feindseliges Verhältnis haben. Was nun? Im Zeitalter digitaler Fotografie können Kopien der Aufnahmen mit einem Klick an andere Speicherorte oder sogar in die sozialen Medien übertragen werden. Im Netz finden sich bereits ganze Webseiten mit sogenanntem „Revenge Porn“ – Fotos und Filmen, mit denen rachesüchtige Ex-Liebhaber und –Liebhaberinnen ihre früheren Partner diskreditieren wollen. In Australien ist laut einer Statistik jeder Fünfte von dem Problem betroffen. In Zusammenarbeit mit der staatlichen eSafety-Behörde testet Facebook daher nun ein digitales Programm zum Schutz möglicher Opfer.

Algorithmen finden auch Kinderpornos

Am häufigsten betroffen von Revenge Porn sind junge Frauen. Aber auch bereits bekannte illegale Aufnahmen von Kindern können mit dem Programm entdeckt werden. Dabei wandelt ein Algorithmus eine Bilddatei um in einen sogenannten Hash-Wert, eine individuelle Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Anschließend werden die Fotos laut Facebook sofort gelöscht. Der „digitale Fingerabdruck“ aber bleibt gespeichert. So erkennt der Computer sofort, wenn das gleiche Bild noch einmal in das System hochgeladen wird.

Schon jetzt arbeiten die großen Internet-Konzerne mit solchen Hash-Werten, um geschützte Fotos schnell von ihren Seiten entfernen zu können. Der Testlauf in Australien wird zeigen, ob die Nutzer dem System auch ihre intimen Aufnahmen anvertrauen werden.

Fazit

Was auf den ersten Blick widersprüchlich klingt, könnte in Australien dazu beitragen, die Verletzung der Persönlichkeitsrechte im Netz zu reduzieren. Dass Facebooks Algorithmen in der Lage sind, Nacktbilder umgehend zu identifizieren, ist bekannt. Ob sie einzelne Fotos ihrem digitalen Fingerabdruck zuordnen können, muss sich nun zeigen.

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