Facebook: Deutschland blockiert mehr Beiträge als jedes andere Land

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Facebook steht in Deutschland politisch besonders unter Druck, illegale Beiträge zu blockieren. Darauf scheint der Mark-Zuckerberg-Konzern im ersten Halbjahr 2017 reagiert zu haben. Denn: Deutschland lässt weltweit die meisten Posts sperren. Das geht aus dem Transparenzbericht von Facebook hervor. Welche Inhalte stoßen den deutschen Behörden sauer auf?

Diese Inhalte sperrte Facebook in Deutschland

Von Januar bis Juni 2017 hat Facebook auf Anfrage der deutschen Behörden gut 1.000 Inhalte blockiert, weil diese den Holocaust geleugnet hatten. Im Halbjahr davor lag diese Zahl noch bei gut 600 Beiträgen. Ob es mehr Posts in diese Richtung gab oder ob Nutzer derartige Inhalte einfach häufiger melden, geht aus den Zahlen nicht hervor.

Insgesamt sperrte Facebook in Deutschland knapp 1.300 Beiträge. Neben der Leugnung des Holocausts stießen die Behörden auf Volksverhetzung und Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz. Damit blockierte die Bundesrepublik insgesamt die meisten Posts weltweit. Mit einer Ausnahme: Mexiko ließ gut 20.000 Posts sperren. Dabei handelte es sich um ein Video des Schulmassakers von Monterrey.

So sperrt Facebook illegale Inhalte

Facebook blockiert Beiträge nur anhand der IP-Adressen der User. Beiträge, die das Netzwerk in Deutschland gesperrt hat, können also in anderen Ländern weiter sichtbar sein.

Anfragen von Strafverfolgungsbehörden nehmen zu

Die deutschen Strafverfolgungsbehörden haben im ersten Halbjahr 2017 zudem vermehrt Auskünfte von Facebook eingeholt. Über 5000 Mal wandten sich die Behörden an das Netzwerk, um rechtlich gegen User vorgehen zu können. Dabei forderten sie Facebook auf, die Daten zu mehr als 6000 Nutzerkonten offenzulegen. In knapp 60 Prozent der Fälle entsprach das Netzwerk diesem Wunsch. Insgesamt haben die Strafverfolgungsbehörden damit ca. 800 mehr Anfragen gestellt als im Halbjahr zuvor.

Facebook erfasst erstmals Zahlen zu Urheberrechtsverletzungen

Da Facebook mittlerweile nicht mehr nur Social Network, sondern auch Video-Plattform und Handelsplatz ist, zeigt der Transparenzbericht erstmals auch Zahlen zu Urheberrechtsverletzungen. Weltweit erhielt Facebook dazu gut 220.000 Anfragen. Knapp 42.000 Anfragen bezogen sich auf Trademark-Verletzungen und gut 14.000 auf gefälschte Produkte.

Fazit

Facebook reagiert auf den politischen Druck in Deutschland und sperrt im ersten Halbjahr 2017 mehr Posts als in jedem anderen Land – mit der Ausnahme des Sonderfalls Mexiko. Da seit dem ersten Januar das Netzwerkdurchsetzungsgesetz gilt, dürfte diese Zahl in 2018 weiter ansteigen.

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Kommentare  
Michael Blum
-2 # Michael Blum 14.02.2018, 12:31 Uhr
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
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