Facebook-Panne: Private Posts öffentlich sichtbar

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14 Millionen Nutzer des größten sozialen Netzwerks werden derzeit gebeten, alte Beiträge zu überprüfen. Aufgrund eines technischen Fehlers könnten die für jedermann sichtbar gewesen sein, auch wenn die Verfasser nur im engen Freundeskreis posten wollten. Facebook hat den Bug nach eigenen Worten inzwischen gefunden und behoben. Mit der öffentlichen Erklärung will man das eigene Bewusstsein für Datenschutz demonstrieren.

Bug veränderte Voreinstellung der Privatsphäre

Bei jedem Posting können Facebook-Nutzer wählen: Sollen ihre Gedanken oder Bilder nur von bestimmten Personen, von sämtlichen sogenannten Freunden oder sogar von jedermann gesehen werden können? Vorgegeben ist dabei zunächst immer die Einstellung, die beim letzten Mal verwendet wurde. Wer sich also grundsätzlich immer nur an Facebook-Friends wendet, muss die Privatsphäre eigentlich nicht jedes Mal überprüfen. Vom 18. bis 27. Mai allerdings könnte die Einstellung aufgrund eines Systemfehlers ungewollt auf „öffentlich“ gesprungen sein.

Fehler im Zusammenhang mit Neuerungen bei Profilen

Laut Facebook kam es zu dem Fehler, als man an Veränderungen für die Account-Informationen arbeitete. Einige dieser Elemente, wie Name und Benutzerbild, sind immer für jedermann sichtbar. Versehentlich übernahm das System diese Einstellung auch für die aktuellen Mitteilungen. Wer also aus Gewohnheit die Adressaten seiner Posts nicht überprüfte, teilte persönliche Informationen oder Fotos ungewollt mit 2 Milliarden Facebook-Nutzern.

Alle potenziell Betroffenen werden informiert

Wie das soziale Medium in seinem Newsroom mitteilt, sind nur Postings aus dem Zeitraum Ende Mai betroffen. Inzwischen seien die Accounts wieder so eingestellt wie vor der Panne. Sicherheitshalber allerdings werden in den kommenden Tagen 14 Millionen Accounts angesprochen, die im fraglichen Zeitraum Inhalte öffentlich geteilt haben. Sie alle erhalten so die Möglichkeit, diese Einträge noch einmal zu überprüfen. Mit diesem Vorgehen will das Unternehmen nach eigenen Worten zeigen, dass man aus den Diskussionen um Datenschutz gelernt hat: Facebook habe verstanden, dass im Umgang mit sensiblen Kundendaten mehr Transparenz gefordert sei.

Fazit:

Ein Software-Fehler hat dazu geführt, dass Privates versehentlich öffentlich werden konnte. Millionen von Facebook-Nutzern, die normalerweise nur mit Freunden kommunizieren, werden nun ihre Accounts noch einmal überprüfen. Der Zuckerberg-Konzern betont sein vorbildliches Vorgehen mit dem Bug. Vielen Nutzern dürfte aber noch einmal bewusst geworden sein, dass einmal ins Netz gestellte Informationen nur noch schwer zu kontrollieren sind.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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