Facebook-Abschied: Mehr und mehr US-Nutzer löschen die App

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Der Skandal um die Weitergabe von Userdaten an Cambridge Analytica hat das Zutrauen in das soziale Netzwerk beschädigt. Die Auswirkungen belegt eine aktuelle Befragung von viereinhalbtausend zufällig ausgewählten US-Amerikanern. Mehr als 40 Prozent von ihnen haben im vergangenen Jahr eine Facebook-Pause eingelegt. Ein Viertel aller Befragten hat die App sogar vom Handy entfernt.

Vertrauensverlust nach Datenskandal

Ohne den Whistleblower Christopher Wylie wäre es vielleicht nie bekannt geworden: Wylies Arbeitgeber Cambridge Analytica erwarb 2014 für eine Million US-Dollar riesige Mengen persönlicher Daten von Facebook-Nutzern. Verwendet wurden die Informationen unter anderem im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Nach eigenen Angaben trug das Datenanalyse-Unternehmen durch manipulierte Nachrichtenauswahl in hohem Maß zum Sieg von Donald Trump bei. Die anschließende Diskussion um den Umgang mit Facebook-Daten zeigte, dass die Glaubwürdigkeit des sozialen Mediums deutlich gelitten hatte.

Jeder Zehnte will gespeicherte Informationen sehen

Der Zuckerberg-Konzern reagierte mit einer Überarbeitung der Privatsphäre-Einstellungen. Mit wenigen Klicks können Nutzer nun die Daten downloaden, die Facebook zu ihrem Account gespeichert hat. Eine aktuelle Studie des Pew Research Centers allerdings hat ergeben, dass lediglich 9 Prozent der US-Amerikaner im vergangenen Jahr von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben. Eine wesentlich größere Zahl, nämlich zwei Drittel der Befragten, hat drastischere Konsequenzen gezogen.

Facebook-Pause oder endgültiger Abschied?

Mehr als die Hälfte der über 18-Jährigen reagierte, indem sie ihre Privatsphäre-Einstellungen anpasste. 42 Prozent gaben außerdem an, Facebook über Wochen hinweg nicht mehr genutzt zu haben. Und immerhin jeder vierte User hat die datensammelnde App vom eigenen Smartphone gelöscht. Dabei fiel den Untersuchern auf, dass gerade die jüngeren Nutzer offenbar leicht auf Facebook verzichten können: Knapp die Hälfte derer, die die Anwendung entfernt hatten, waren zwischen 18 und 29 Jahre alt.

Fazit

Auf seinem wichtigsten Markt USA hat Facebook mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Die Datensammelwut des Mediums und der Weiterverkauf an Cambridge Analytica haben das Vertrauen in das soziale Medium nachhaltig geschädigt. Ob Zuckerberg und seine Leute mit weiteren Kampagnen zum Schutz der Privatsphäre gegensteuern wollen, bleibt abzuwarten.

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