Datenschutz: Facebook nutzt Telefonnummer zur Authentifizierung für Werbezwecke

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Eigentlich sollte die eigene Handynummer zur Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Facebook die Sicherheit der User erhöhen – Untersuchungen zeigen aber jetzt, dass das Unternehmen aus Kalifornien genau diese Telefonnummern zu anderen Zwecken nutzt. Konkret gibt Facebook diese personenbezogenen Daten an Werbefirmen weiter – und zwar ohne vorher eine entsprechende Einwilligung zur Weitergabe vom Betroffenen einzuholen.

Sicherheits-Features unterstützen personalisierte Werbung

Facebook hatte bisher immer abgestritten, dass Telefonnummern ungefragt weitergegeben werden. Nun konnten Forscher das Gegenteil nachweisen: Dabei ging es insbesondere um Telefonnummern, die bei Facebook gar nicht aktiv hinterlegt waren.

Durch die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung soll die Sicherheit von Profilen gewährleistet werden. Dabei erhält ein Profil (zum Beispiel auf Facebook) nicht nur ein individuelles Passwort, sondern zudem auch die Zuordnung zu einer Telefonnummer. Loggt sich der User dann ein, wird ihm im Verlauf ein Code per SMS zugesendet – diesen gibt er als Bestätigung seiner Identität ein.
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist bei Facebook freiwillig: User können, müssen aber keine Telefonnummer angeben und sind in der Entscheidung frei, das Sicherheits-Feature zu nutzen oder auch nicht.

Problematisch erscheint nun, dass auch bei Usern, die auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Facebook verzichtet haben, eine Weitergabe der Telefonnummer nachgewiesen werden konnte: Dies ist möglich, indem durch sogenannte Schattenkontakte ein Abgleich von unbekannten Telefonnummern und Kontakten im Adressbuch stattfindet. Eine Zuordnung erfolgt dann ohne Kenntnisnahme und ohne Einwilligung der Betroffenen – Facebook selbst dementiert jedoch die Existenz derartiger Schattenkontakte.

Nicht nur Facebook ist von der Praxis betroffen

Obwohl nach den vergangenen Datenskandalen erneut Facebook im Fokus von Datenschützern steht, ist das Problem keinesfalls auf das eine soziale Netzwerk beschränkt: Auch Google, Twitter, Instagram und Pinterest bieten ähnliche Dienste an und auch hier stellt sich die Frage, ob die Weitergabe der Telefonnummer aus datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten überhaupt zulässig ist.

Fazit

Ob Facebook gegen bestehende Datenschutzvorschriften verstößt, wird nun Gegenstand weiterer Überprüfungen sein. Als Verteidigung führt das Unternehmen an, dass es für Nutzer keinesfalls so aussähe, als sei die Nummer ausschließlich als Teil einer Sicherheitsfunktion gedacht. Vielmehr werde durch die Abfrage bzw. die damit verbundene Formulierung deutlich gemacht, dass die Telefonnummer zum Teil der Profilinformation wird – ähnlich wie andere Details, die als Profilinformation abgefragt werden.

Die Tatsache, dass sich ein User bewusst dafür entscheidet, die eigene Nummer im Profil zu hinterlegen, komme lt. Facebook entgegen der Vorwürfe nicht durch ein Hinwegtäuschen über die weitere Verwendung der Telefonnummer zustande.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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