Datenskandal: Cambridge Analytica kostet Facebook 500.000 Pfund Strafe

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Der Datenskandal um das britische Unternehmen Cambridge Analytica brachte Facebook Anfang des Jahres in eine schwierige Lage: Über einen Zeitraum von 7 Jahren hatte Cambridge Analytica durch den unberechtigten Zugriff auf persönliche Datensätze von Millionen von Usern die Möglichkeit zum Missbrauch. Von besonderer Brisanz war dabei die Tatsache, dass auch der Wahlkampf im Vorfeld der US-Wahl 2016 ganz massiv durch das Unternehmen beeinflusst worden war.

Facebook verhinderte den Zugriff auf die persönlichen Daten nicht

Zwar gab Facebook wiederholt zu Protokoll, dass niemand von dem Zugriff wusste und selbst als Opfer einzustufen sei. Dennoch wird von der britischen Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) bemängelt, dass Facebook die Privatsphäre seiner User nicht ausreichend geschützt habe. Mit entsprechender Folge, denn gegen Facebook wurde jetzt aufgrund der datenschutzrechtlichen Verstöße die Höchststrafe in Höhe von 500.000 Pfund verhängt.

Kritikwürdig war demnach vor allem die Tatsache, dass der Zugriff auf die Nutzerdaten auch dann möglich war, wenn der jeweilige Nutzer die App gar nicht selbst heruntergeladen hatte, sondern lediglich mit Personen befreundet war, die die Facebook-App hatten.

Zugriff durch Anwendungsentwickler erfolgte über die Facebook-App

Grundlage für den Datenmissbrauch war die App eines Drittanbieters, mit der Facebook-Nutzer einen Persönlichkeitstest machen konnten. Diese erhob jedoch nicht nur Daten des jeweiligen Users, sondern auch Daten der Personen, die mit diesem bei Facebook in Kontakt standen. Dies wurde durch eine Programmierschnittstelle ermöglicht, die von Facebook selbst angeboten worden war.

Im Gegensatz zu klassischen Datenlecks erfolgte im vorliegenden Fall kein Zugriff auf die Daten von Facebook selbst – vielmehr wurden die Daten auf einem durch Facebook selbst angebotenen Weg erhoben und anschließend rechtswidrig weitergegeben.

Fazit

Facebook hat angekündigt, das Urteil prüfen zu wollen – nicht mit allen Ergebnissen sei man hier einverstanden. Ein entsprechendes Urteil wird es in Deutschland jedoch nicht geben: Ein Verfahren diesbezüglich wurde bereits Anfang des Monats eingestellt.

In den USA sind die Ermittlungen gegen Facebook aktuell noch nicht abgeschlossen. Die US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) hat hier Untersuchungen eingeleitet, die auch die mangelhafte Informationspolitik des sozialen Netzwerks überprüfen sollen – User wurden demnach viel zu spät über die Datenpanne informiert. Nach der Entdeckung des Datenmissbrauchs im Dezember 2015 reagierte Facebook zudem nicht unverzüglich – der finale Schritt zum Ausschluss von Cambridge Analytica von der Plattform erfolgte erst 2018. 

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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