Hassbeiträge: Moderatoren können Facebooks Regelwerk kaum umsetzen

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Hassbeiträge erkennen, beleidigende Videos löschen und rassistische Seiten sperren: Moderatoren haben bei Facebook einen anspruchsvollen Job. Das 1400-seitige Regelwerk, nach dem sie vorgehen sollen, ist dabei nur wenig zu gebrauchen. Das berichtet die New York Times, der das geheime Dokument zugespielt wurde. Wie entsteht Facebooks Regelwerk für das Entfernen von Inhalten? Und was bereitet den Moderatoren Probleme?

So erstellt Facebook die Regeln für das Entfernen von Inhalten

Das Regelwerk von Facebook besteht laut der New York Times aus hunderten Excel- und Powerpoint-Sheets. Die darin gemachten Vorgaben erarbeiten ein paar Dutzend Anwälte und Techniker. Dazu treffen sie sich regelmäßig, um festzulegen, was in Seitenbeschreibungen, Statusmeldungen, auf Bildern und in Videos erlaubt ist – und was nicht. Dabei versuchen sie komplexe Fragen mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten.

Das ist das Problem an dem Regelwerk

Der Bericht der New York Times spricht von zahlreichen Lücken und ungenauen Vorgaben. Und: Die Macher des Regelwerks berücksichtigen nicht die jeweiligen kulturellen Gegebenheiten der Länder. So haben Smileys je nach Land unterschiedliche Bedeutungen. Insbesondere Anspielungen auf Religion und Sexualität sind kaum zu vereinheitlichen und daher nicht eindeutig auszulegen.

So müssen Moderatoren mit Facebooks Regelwerk arbeiten

Das macht die Arbeit mit dem Regelwerk für Moderatoren schwer. Hinzu kommen kurze Reaktionszeiten, die sie für einen Beitrag haben. So müssen sie rund 1.000 Beiträge pro Tag überprüfen. Damit haben sie 8 bis 10 Sekunden Zeit, um zu entscheiden, ob sie einen Textbeitrag entfernen. Für Videos stehen ihnen ein paar Sekunden mehr Zeit zur Verfügung. Ein weiteres Problem ist die Sprache. Viele Moderatoren müssen dem Regelwerk anhand von Google-Übersetzungen folgen. Das führt zu Missverständnissen.

Was heißt das für die Praxis?

Das wenig zu gebrauchende Regelwerk führt zu vielen Fehlentscheidungen. So konnte in Myanmar eine Terroristengruppe ungestört Hass auf Facebook verbreiten, obwohl sie des Völkermords beschuldigt wird. Und: Facebook hat einen Spendenaufruf für die Opfer eines Vulkanausbruchs abgebrochen, weil einer der beteiligten Gruppen auf einer internen Liste des Netzwerks stand.

Fazit

Facebook gibt an, dass der Bericht ein falsches Bild vermittele. Das Regelwerk sei nur für die Ausbildung der Moderatoren gedacht. Und: Bei Millionen von Entscheidungen gäbe es immer wieder Fehlurteile. Diese ließen sich aufgrund der Masse nicht vermeiden.

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