Trotz DSGVO: Android-Apps schicken ungefragt Nutzerdaten an Facebook

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Eigentlich verbietet es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), dass Apps personenbezogene Daten mit anderen Unternehmen teilen, ohne vorher die ausdrückliche Erlaubnis der User einzuholen. Eine Studie der Digital-NGO Privacy International hat jetzt jedoch herausgefunden, dass einige Android-Apps genau das tun. Welche Apps begehen den Rechtsverstoß? Und was sagt Facebook zu den Vorwürfen?

Diese Apps senden Nutzerdaten an Facebook

Privacy International hat im Zeitraum August bis Dezember 2018 zahlreiche Android-Apps untersucht. Das Ergebnis: 34 Apps senden automatisch Daten an Facebook, sobald User die App öffnen. Zu den Apps zählen unter anderem Shazam, Yelp, Spotify, Kayak und Tripadvisor.

Diese Daten schicken die Apps an Facebook

Je nach Anbieter senden die Apps unterschiedliche Daten an Facebook. Einige Apps verraten dabei nicht nur das Alter und das Geschlecht der User. Kayak zum Beispiel leitet detaillierte Informationen zu Flugsuchen, Reisedaten und Ticketzahlen weiter. Dafür müssen Nutzer nicht einmal bei Facebook eingeloggt sein oder einen Facebook-Account haben.

Wer ist für die verbotene Datenweitergabe verantwortlich?

Privacy International hat die standardmäßige Einstellung bei Facebooks Software Development Kit als Ursache ausgemacht. Hard- und Software-Hersteller nutzen das Development Kit, um externen Anbietern Schnittstellen und Programmcodes zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise können sie die entsprechende Software programmieren.

Was macht Facebook mit den Userdaten?

Facebook und an die Plattform angeschlossene Werbetreibende nutzen die Daten, um das Verhalten von Usern über mehrere Apps nachvollziehen zu können. Auf diese Weise können sie ein klares Bild der Interessen und Aktivitäten von Nutzern erstellen – und so zielgerichtet Anzeigen schalten.

Fazit

Die Entwickler der Android-Apps haben den Rechtsverstoß, den sie durch die DSGVO begehen, bereits bei Mark Zuckerberg gemeldet. Es liegt daher an Facebook, das Development Kit anzupassen. Facebook selbst gibt an, bereits im Juni letzten Jahres ein Update zur Verfügung gestellt zu haben. Das soll das automatische Sammeln der Daten gestoppt haben.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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