Facebook: Amerikanische Justiz ermittelt wegen Daten-Deals

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Das soziale Netzwerk beschäftigt offenbar noch mehr US-Behörden, als bisher bekannt. Nach einem Bericht der New York Times ist auch der Datenaustausch mit rund 150 großen Unternehmen Inhalt eines Untersuchungsverfahrens. Im Dezember vergangenen Jahres war öffentlich geworden, dass unter anderem Amazon, Apple, Microsoft und Sony Zugriff auf Nutzerinformationen hatten.

Auch private Chats lesbar

Welche konkreten Vorwürfe die Ermittler erheben, ist unklar. Sie sollen allerdings Unterlagen von mindestens zwei großen Smartphone- und IT-Herstellern angefordert haben. Beide konnten dank eines Abkommens mit Facebook in der Vergangenheit riesige Mengen von Nutzerdaten einsehen. Auch Autobauer, Medienunternehmen und anderen Tech-Giganten ließ der Zuckerberg-Konzern an seiner Datensammlung teilhaben. Nicht alle profitierten wohl davon. Die Streaming-Riesen Netflix und Spotify beispielsweise gaben an, nichts von der Zugriffsmöglichkeit gewusst zu haben.

Facebook gibt sich kooperativ

In einer öffentlichen Stellungnahme hatte das soziale Netzwerk sich damals um Schadensbegrenzung bemüht. Nie habe man Daten ohne Zustimmung der Nutzer weitergegeben, hieß es. Außerdem seien viele der Partnerschaften inzwischen ausgelaufen. Der Staatsanwaltschaft scheinen diese Aussagen nicht gereicht zu haben. Zu der laufenden Untersuchung sagte ein Facebook-Sprecher lediglich, man werde die Ermittlungen unterstützen – so, wie man auch bisher Fragen beantwortet und öffentlich ausgesagt habe.

Kommt jetzt die Milliardenstrafe?

Auch die US-Handelsbehörde FTC untersucht die Vereinbarungen zwischen Facebook und seinen Kooperationspartnern. Sie wirft dem Social-Media-Portal vor, gegen ein gemeinsames Abkommen zum Datenschutz verstoßen zu haben. In diesem Zusammenhang ist sogar eine Strafe in Höhe von mehreren Milliarden Dollar im Gespräch. Es wäre das höchste Bußgeld, das jemals von der Free Trade Commission verhängt worden ist. Facebook selbst bestreitet jede Schuld. Die Vereinbarung mit der FTC habe sich auf die Weitergabe von Daten an sogenannte „Dritte“ bezogen. Die Hersteller von Endgeräten wie Apple oder Sony seien aber in diesem Sinne keine Außenstehenden, sondern als Service Provider eine „Erweiterung“ des sozialen Netzwerks.

Fazit

Erst vor wenigen Tagen hatte Mark Zuckerberg einen Richtungswechsel angekündigt. Facebook wolle künftig die Privatsphäre seiner Nutzer achten und ihnen mehr Kontrolle über die eigenen Daten geben. Sogar von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung war da die Rede. Die Justizbehörden dürfte das ebenso wenig beeindrucken, wie Facebooks Verteidigung der bisherigen Datenschutzpolitik.

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