Nächster Facebook-Skandal: Millionen Userdaten ungeschützt im Netz

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Etwa 146 Gigabyte an Informationen über Nutzer des sozialen Mediums lagen bis vor Kurzem frei zugänglich bei einem Speicherdienst von Amazon. Besonders gefährlich: Neben Fotos und Kommentaren waren auch 22.000 Passwörter in Klartext einsehbar. Die Daten wurden von Drittanbietern über Facebook-Apps erhoben und sind mittlerweile gesichert.

Unverschlüsselte Zugangsdaten auf öffentlichen Servern

Entdeckt hat das Material ein Team des Cybersecurity-Unternehmens UpGuard. Der größere Teil der gefundenen Informationen konnte dem mexikanischen Mediendienst Cultura Colectiva zugeordnet werden. Es handelt sich um rund 540 Millionen Datensätze mit Usernamen, Likes und Reaktionen. Der Speicherort bei einem Amazon Cloud Service war so konfiguriert, dass die Dateien öffentlich heruntergeladen werden konnten. Noch unvorsichtiger waren die Betreiber der App „At the Pool“. Auf dem gleichen Server hatten sie unter anderem Passwörter in unverschlüsselter Form gespeichert.

Anwendung tot – Nutzerdaten weiter zugänglich

Zwar handelt es sich bei den gefundenen Passwörtern offenbar nur um das Log-in zu der „At the Pool“-App. Zahlreiche Verbraucher verwenden allerdings dieselben Zugangsdaten für verschiedenste Konten. Wer Nutzername und Passwort kennt, kann leicht weitere Accounts bei beliebten Anbietern wie Amazon, Ebay oder PayPal ausfindig machen und plündern. Da nützt es auch nicht, dass die App selbst schon seit Jahren nicht mehr aktiv ist.

Expertenwarnung bleibt unbeantwortet

Auch die Reaktionen auf den Datenfund fielen alles andere als vertrauenserweckend aus. Im Fall Cultura Colectiva schickte UpGuard im Januar zwei Mails an das Unternehmen, erhielt aber bis heute keine Antwort. Ein Hinweis auf den sicherheitsrelevanten Speicherinhalt an Vermieter Amazon brachte ebenfalls keinen Erfolg. Dass der Zugang vor wenigen Tagen doch noch abgesichert wurde, führt das Team auf eine aktuelle Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg bei Facebook zurück. Die Daten aus der App „At the Pool“ hingegen wurden offline genommen, bevor man das Unternehmen darauf angesprochen hatte. Ob dieser Schritt auf Sicherheitsbedenken zurückgeht oder rein zufällig erfolgte, ist unklar.

Fazit

Kaum eine Woche vergeht noch ohne handfesten Datenschutzskandal bei Facebook. Zwar ist der Konzern diesmal nicht selbst für den fahrlässigen Umgang mit Nutzerinformationen verantwortlich. Auch betonte ein Sprecher, dass App-Entwickler Daten aus dem sozialen Medium nicht ungeschützt speichern dürften. Trotzdem zeigen sich wieder einmal die Gefahren, die mit dem Sammeln derart riesiger Informationsmengen verbunden sind. Der Vorfall dürfte Forderungen nach einer besseren Kontrolle des sozialen Mediums noch lauter werden lassen.

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