Datenschutz: Übermittelte Blutspendedienst Gesundheitsdaten an Facebook?

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Ist ein Tochterunternehmen des Bayerischen Roten Kreuzes fahrlässig mit Nutzerdaten umgegangen? Die Süddeutsche Zeitung will dafür Belege gefunden haben. Konkret geht es um eine Internetseite, auf der potenzielle Blutspender zu ihrer gesundheitlichen Eignung befragt werden. Per Facebook-Pixel könnten sensible Informationen direkt an das soziale Medium weiter geleitet worden sein.

Vorab-Check enthält Facebook-Tool

Konsumieren Sie Drogen? Leiden Sie an Epilepsie? Sind Sie schwanger? Oder wurde bei Ihnen HIV diagnostiziert? Fragen wie diese geben Aufschluss darüber, ob eine Person als Spender beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes infrage kommt. Die Beantwortung ist freiwillig und dient lediglich der Vorauswahl von Bewerbern.

Die wenigsten der Interessenten dürften damit rechnen, dass in die Webseite der sogenannte Facebook-Pixel eingebaut ist: ein Marketing-Instrument, das Informationen über das Antwortverhalten an Facebook weiterleitet.

Zuordnung zu Werbezielgruppen möglich

Öffentlich gemacht hat das nun die Süddeutsche Zeitung. Nach ihrer technischen Analyse lassen sich die Angaben auch vorhandenen Facebook-Accounts zuordnen. Profitieren könnten davon Werbekunden, wenn sie gezielt Anzeigen schalten wollten - beispielsweise für Diabetes-Messgeräte. Zwar übertrage der Pixel lediglich die Ja- oder Nein-Antwort eines Nutzers. Die zugehörige Frage allerdings sei aufgrund der festgelegten Reihenfolge leicht auffindbar.

Blutspendedienst sieht „keine Datenpanne“

Die Verantwortlichen bei dem BRK-Dienst bestreiten, dass automatisch Gesundheitsdaten an Facebook übertragen wurden. Es handele sich lediglich um „Ja“- oder „Nein“-Aussagen ohne zugehörige Fragen. Sollte Facebook zusätzlich Informationen erhoben und mit den Antworten verknüpft haben, hätte das Unternehmen rechtswidrig gehandelt. Der Zeitungsbericht zeige also lediglich ein „rein theoretisches“ Szenario auf.

Um sicherzugehen, habe man jedoch beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht nachgefragt. Nach Angaben der Zuständigen handele es sich „nicht um eine meldepflichtige Datenpanne“. Trotzdem hat der Blutspendedienst den Facebook-Pixel inzwischen aus dem Vorab-Check herausgenommen. Wie inzwischen bekannt ist, wurde auch beim Landesamt für Datenschutzaufsicht mittlerweile ein Verfahren zur Prüfung der Vorgänge eingeleitet.

Fazit

Nach einem Zeitungsbericht konnten intime Informationen von Webseitenbesuchern eines Blutspendedienstes an Facebook gelangen. Der Dienst räumt zwar die Möglichkeit einer Datenweitergabe ein. Die beschriebene „automatische Übermittlung von Gesundheitsdaten“ habe in der Praxis jedoch nicht stattgefunden.

Für Verbraucher eine unbefriedigende Antwort. Sie erwarten gerade im Gesundheitsbereich uneingeschränkten Schutz ihrer Daten.

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