Facebook-Algorithmus: Verzerrungsystem macht Täuschung unmöglich

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Erkennungsalgorithmen sollen nicht nur auf Facebook eine Gesichtserkennung möglich machen. Problematisch ist dies immer dann, wenn gleichzeitig ein Missbrauch bzw. eine Irreführung des Algorithmus nicht ausgeschlossen werden kann – so zum Beispiel beim Einsatz von sogenannten Deep Fakes. Eine spezielle Verzerrung soll das verhindern.

Deep Fakes führen in die Irre

Deep Fakes setzen künstliche Intelligenz ein, um dadurch Bilder oder Videos zu erzeugen, die täuschend echt wirken – es aber letztlich nicht sind. In der Konsequenz kann bei der Verwendung von Deep Fakes auch Software getäuscht werden. Dies ist beispielsweise von Bedeutung, wenn es um die Auswertung von Videomaterial geht und im Rahmen der Gesichtserkennung.

Programm De-Identification als Maßnahme gegen Manipulationen

Mit einem neuen Programm namens De-Identification soll einem Missbrauch entgegengewirkt werden. Vorhandenes Videomaterial wird so verzerrt, dass ein verändertes Abbild der Personen entsteht. Allerdings bleiben die Gesichtszüge und die Perspektive erhalten. Damit wird ein Schutz erzeugt: Andere Gesichtserkennungssysteme können die Gesichter dann nicht mehr identifizieren.
In ersten Versuchen hat sich dies als eine mögliche Option erwiesen. Problematisch ist dabei allerdings, dass auch für Betrachter die originalen Personen zum Teil gar nicht mehr wiedererkennen.

Software soll aktuell noch nicht in Facebook integriert werden

Obwohl die Entwicklung von De-Identification maßgeblich auf das Betreiben von Facebook zurückgeht, soll sie nach einem offiziellen Statement vorerst nicht in Anwendungen oder Produkten des Unternehmens eingesetzt werden. Grundsätzlich bleibt dies aber eine Option, die vor dem Hintergrund von Fake News eine Möglichkeit sein kann, um der Verbreitung von Falschinformationen entgegenzuwirken.

Fazit

Gesichtserkennungssysteme sind in einer immer mehr digitalisierten Welt von großer Bedeutung. Das fängt schon bei Smartphones an, die mit dem Gesicht entsperrt werden können – und endet zum Beispiel bei der Auswertung von Überwachungskameras. Genau hier werden aber Datenschützer regelmäßig hellhörig: So ist auch die Gesichtserkennung bei Facebook aktuell in Europa vor dem Hintergrund der Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) auch noch nicht nutzbar.

De-Identification steht dazu eigentlich im Widerspruch, denn das System soll gerade die Gesichtserkennung verhindern. Die Intention ist sowohl für Laien als auch für Experten nachvollziehbar: Identitätsmissbrauch kann so wirkungsvoll verhindert werden. Allerdings bleiben auch hier noch viele Fragen offen – so zum Beispiel eine Lösung für den Fall, was passiert, wenn die Verzerrung zur Identifizierung einer anderen, existierenden Person führt.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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