Facebook nimmt Höchststrafe im Cambridge Analytica-Skandal an

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Der Facebook-Skandal um Cambridge Analytica brachte für Facebook nicht nur einen Imageschaden. Auch die britische Datenschutzbehörde verhängte die Höchststrafe für das amerikanische Netzwerk – und zwar in Höhe von 500.000 Pfund. Das Unternehmen aus Kalifornien hat diese Strafe nun akzeptiert und eine Berufung dagegen zurückgenommen.

Schwerer Verstoß gegen geltendes Recht

In der Begründung führte die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner’s Office (kurz: ICO) an, dass Facebook in dem Skandal von 2014 ganz klar einen schweren Verstoß gegen geltendes Recht zugelassen habe. Demnach sei Facebook vor allem vorzuwerfen, dass man es versäumt habe, die Privatsphäre der Nutzer vor, während und nach dem Datenmissbrauch ausreichend zu schützen. Das hat auch Facebook mittlerweile eingesehen und bedauert nach offizieller Verlautbarung, dass man hier nicht früher aktiv geworden sei.

Ermittlungen in Deutschland eingestellt

Während in Großbritannien somit ein hohes Bußgeld wartet, hat der zuständige Datenschutzbeauftragte in Deutschland entsprechende Ermittlungen gegen Facebook eingestellt. Dies liegt hauptsächlich an der mittlerweile einschlägigen Verjährung der Fälle – die Frist dazu betrug lediglich drei Jahre und war damit Ende Mai 2018 abgelaufen.

DSGVO nicht einschlägig

Obwohl sich der Skandal rund um Facebook und Cambridge Analytica bis jetzt auswirkt, ist die Verletzung von datenschutzrechtlichen Vorschriften im Sinne der Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) mit den entsprechenden Bußgeldern gerade nicht einschlägig. Diese trat erst später in Kraft und hat daher keine bindende Wirkung auf den Skandal, der bereits 2014 stattgefunden hat und bis Ende Mai 2015 andauerte.

Fazit

Datenskandale und kein Ende – Facebook hat gerade durch Cambridge Analytica einen großen Schaden genommen. Das Bußgeld aus Großbritannien hat hier sicher umsatztechnisch keine allzu dramatischen Auswirkungen und wird daher auch entsprechend kritisiert. Den 500.000 Pfund – also umgerechnet rund 580.000 Euro – stehen immerhin massive Datenschutzverletzungen gegenüber. Solange ein Unternehmen mit derart „günstigen“ Bußgeldern Verstöße ad acta legen kann, ist auch weiterhin zu befürchten, dass es in Verbindung mit sozialen Netzwerken immer wieder zu missbräuchlichem Verhalten kommen wird.

Einziger positiver Nebeneffekt aus dem Skandal ist letztlich wohl nur darin zu sehen, dass User nun doch deutlich aufmerksamer verfolgen, was mit ihren Daten passiert. Die erhöhte Aufmerksamkeit verlangt, dass Geschäftspraktiken und der Umgang mit Userdaten nicht mehr hinter verschlossenen Türen diskutiert werden, sondern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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